Zum ersten Mal surfen in Porto – meine Erfahrung als Anfänger
Porto ist für viele vor allem für seine Altstadt, den Douro und den berühmten Portwein bekannt. Was viele jedoch vergessen: Nur wenige Kilometer entfernt wartet der Atlantik mit perfekten Bedingungen für Surfanfänger.
Da wir schon länger einmal surfen lernen wollten, entschieden wir uns während unserer Reise spontan für einen Surfkurs. Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen unseres gesamten Aufenthalts.
Surfkurs in Porto buchen
Unsere Surfstunde haben wir über GetYourGuide gebucht. Dort findest du verschiedene Anbieter an unterschiedlichen Stränden an der Atlantikküste.
Grundsätzlich musst du aber nicht unbedingt im Voraus buchen. Wenn du ohnehin einen Tag an der Küste verbringen möchtest, kannst du auch einfach bei einer der Surfschulen vorbeigehen und nach den nächsten Kursen fragen. Die meisten Schulen bieten täglich mehrere Termine an – häufig einen am Vormittag und einen weiteren am Nachmittag.
Wir haben uns für die Surf School Training am Praia Internacional entschieden und waren mit der Wahl sehr zufrieden.
Was du zum Surfen mitbringen solltest
- Badebekleidung für unter den Neoprenanzug
- Handtuch
- Sonnencreme
- ausreichend Wasser
- optional Badeschuhe
Die Badeschuhe haben wir persönlich nicht gebraucht. Wenn du jedoch ungern barfuß über Sand oder Steine läufst, können sie angenehm sein.
Die gesamte Ausrüstung wurde von der Surfschule gestellt. Dazu gehörten der Neoprenanzug sowie das Surfboard.
Ein kleiner Tipp für alle mit langen Haaren: Bindet eure Haare vorher zusammen. Ein Zopf oder geflochtene Haare sind deutlich praktischer als offene Haare, die einem ständig ins Gesicht wehen.
Kleine Gruppe statt Massenabfertigung
Einer der Gründe, warum mir der Kurs so gut gefallen hat, war die angenehme Gruppengröße.
Außer meinem Freund und mir war lediglich ein weiteres Paar dabei, das ebenfalls zum ersten Mal auf einem Surfbrett stand. Wir waren also insgesamt vier Anfänger.
Gemeinsam mit anderen Teilnehmern, die bereits mehrere Surfstunden absolviert hatten, liefen wir anschließend zum Strand.
Dort warteten bereits zwei Surflehrer auf uns. Einer kümmerte sich ausschließlich um die Anfänger, während der andere die Fortgeschrittenen betreute.
Das macht die Atmosphäre sehr entspannt. Niemand musste sich gestresst fühlen oder hatte das Gefühl, mit erfahrenen Surfern mithalten zu müssen. Für mich hat sich dadurch gezeigt, dass man nicht zwingend eine private Surfstunde buchen muss. Zu viert hat das hervorragend funktioniert.
Die ersten Schritte auf dem Surfbrett
Bevor es überhaupt ins Wasser geht, wird sich zunächst gemeinsam aufgewärmt.
Anschließend erklärt uns der Surflehrer die wichtigsten Grundlagen. Dabei geht es vor allem darum, welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte.
Danach begannen die Trockenübungen am Strand.
Das Hauptziel bestand darin, die richtige Technik zu lernen, um vom Liegen auf dem Board möglichst schnell in die stehende Position zu kommen und anschließend die Welle zu surfen.
Auf dem Sand funktionierte das zunächst gut.
Nach einigen Versuchen hatte jeder die Bewegungsabläufe verstanden und das Aufstehen klappte problemlos.
Warum im Wasser plötzlich alles vergessen ist
Dann kam der Moment, in dem wir ins Wasser gingen.
Und genau dort passierte das, was wahrscheinlich jedem Anfänger passiert.
Sobald du auf dem Board liegst, die erste Welle auf dich zukommt und alles plötzlich schnell gehen muss, löscht dein Gehirn gefühlt sämtliche Informationen, die du gerade noch gelernt hast.
Obwohl ich theoretisch wusste, was ich tun sollte, machte ich die ersten Versuche natürlich komplett falsch.
Mal stand ich zu früh auf, mal zu spät. Manchmal vergaß ich einzelne Schritte, manchmal verlor ich einfach das Gleichgewicht. Aber genau das gehört dazu.
Niemand erwartet, dass du bei deiner ersten Surfstunde sofort jede Welle meisterst. Und selbst wenn du weißt, was zu tun ist, wirst du vieles aus Nervosität oder Hektik zunächst falsch machen.
Der Moment, wenn man die erste Welle surft
Mit jedem Versuch wurde ich etwas sicherer. Nach und nach verstand ich besser, wann ich aufstehen musste und wie ich mein Gewicht verlagern sollte.
Und irgendwann kam tatsächlich die erste Welle, bei der alles funktionierte. Für ein paar Sekunden auf dem Brett zu stehen und tatsächlich über das Wasser zu gleiten, war ein unglaublich gutes Gefühl.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum so viele Menschen vom Surfen begeistert sind. Man merkt die Fortschritte sofort und freut sich über jeden kleinen Erfolg.
Die Atmosphäre unter den Teilnehmern
Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, war die Stimmung innerhalb der Gruppe.
Obwohl wir uns vorher nicht kannten, haben wir uns ständig gegenseitig motiviert und angefeuert.
Wenn jemand eine Welle erfolgreich gesurft hat, haben sich die anderen mitgefreut. Wenn jemand mehrfach ins Wasser gefallen ist, wurde gelacht und direkt der nächste Versuch gestartet.
Diese lockere Atmosphäre hat einen großen Teil des Spaßes ausgemacht.
Surfen ist anstrengender als man denkt
Bevor ich den Kurs gemacht habe, hatte ich das Surfen ehrlich gesagt etwas unterschätzt.
Natürlich sieht es vom Strand aus entspannt aus, wenn die Surfer auf ihren Brettern sitzen und auf die nächste Welle warten.
In Wirklichkeit ist es jedoch ein ziemlich intensives Ganzkörpertraining.
Du paddelst ständig, kämpfst gegen die Wellen an, ziehst dich aufs Board und versuchst immer wieder aufzustehen.
Es ist völlig normal, zwischendurch eine Pause zu brauchen und sich einfach mal auf das Surfbrett zu legen.
Nach etwa einer Stunde im Wasser merkt man deutlich, wie anstrengend die Aktivität tatsächlich ist.
Der Atlantik ist kalt – aber kein Problem
Viele machen sich vor dem ersten Surfkurs Gedanken über die Wassertemperatur.
Ja, der Atlantik vor Porto ist deutlich kälter als viele Urlaubsmeere.
Durch den Neoprenanzug merkt man davon jedoch erstaunlich wenig. Im Gegenteil: Durch die ständige Bewegung wird einem sogar relativ schnell warm. Besonders wenn die Sonne scheint, fühlt sich das Wasser deutlich angenehmer an, als man zunächst erwartet.
Wichtig ist allerdings die Sonnencreme. Gerade auf dem Wasser unterschätzt man die Sonne schnell. Durch die Reflexion des Wassers und die lange Zeit im Freien holt man sich deutlich schneller einen Sonnenbrand, als man denkt.
Mein Fazit zum Surfen in Porto
Für mich gehörte der Surfkurs definitiv zu den Highlights unserer Reise. Nicht nur, weil ich endlich meine erste Welle gesurft habe, sondern auch, weil man dadurch noch eine ganz andere Seite Portugals kennenlernt.
Porto besteht eben nicht nur aus Altstadt, Portwein und Sehenswürdigkeiten. Die Nähe zum Atlantik und die Surfkultur gehören genauso dazu.
Wenn du mehrere Tage in Porto verbringst und Lust auf etwas Neues hast, kann ich dir einen Surfkurs nur empfehlen.
Ich würde es jederzeit wieder genauso machen.
