10 Orte in Porto, die mich wirklich überrascht haben
Porto stand schon lange auf meiner Reiseliste. Die zweitgrößte Stadt Portugals ist bekannt für ihre Altstadt, den Portwein und die ikonische Ponte Dom Luís I. Doch wie bei vielen Reisen waren es am Ende nicht unbedingt die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die mich am meisten beeindruckt haben.
Hier sind zehn Orte in Porto, die mich wirklich überrascht haben:
1. Mercado do Bolhão
Der Mercado do Bolhão ist einer der traditionsreichsten Märkte Portos. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird hier gehandelt, das heutige Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und gilt bis heute als Herzstück des lokalen Lebens.
Ich war ehrlich gesagt total überrascht, wie schön ein Markt sein kann. Ich war bereits auf vielen Märkten in den unterschiedlichsten Städten unterwegs, aber dieser hier hat mich wirklich umgehauen. Nicht nur, weil es dort gefühlt alles gibt, sondern vor allem wegen dieser besonderen Gelassenheit, die man sofort spürt, sobald man den Markt betritt. Man läuft erst einmal entspannt durch die verschiedenen Stände, schaut sich Obst, Gemüse, Fisch und regionale Spezialitäten an. Dann holt man sich vielleicht ein Glas Wein, probiert einen Portwein oder kostet sich durch Käse, Oliven, frische Pasta und andere portugiesische Leckereien.
Niemand scheint es eilig zu haben. Statt Hektik herrscht hier eine unglaublich entspannte Atmosphäre.
Ich wäre am liebsten noch viel länger geblieben und kann einen Besuch wirklich jedem empfehlen. Der Markt liegt nördlich der Altstadt, ist aber problemlos zu Fuß erreichbar. Wenn ihr morgens ohnehin durch die Gassen Portos schlendert, solltet ihr hier unbedingt vorbeischauen.
2. Castro
Nur etwa 100 Meter von unserer Unterkunft entfernt lag die Pastelaria Castro. Jeden Morgen haben wir uns draußen einen Platz gesucht, einen Cappuccino bestellt und dazu frische Pastéis de Nata gegessen. Irgendwann wurde das zu einer festen Routine, auf die ich mich jeden Morgen gefreut habe.
Castro hat sich in Porto einen Namen gemacht, weil hier täglich tausende Pastéis de Nata frisch hergestellt werden. Das Besondere: In der Bäckerei könnt ihr den Mitarbeitern sogar dabei zuschauen, wie die kleinen Törtchen entstehen.
Pastéis de Nata bestehen aus einem knusprigen Blätterteig und einer cremigen Eier-Vanille-Füllung. Gebacken werden sie bei sehr hohen Temperaturen, wodurch die typischen karamellisierten Stellen auf der Oberfläche entstehen. Frisch aus dem Ofen sind sie einfach unschlagbar.
Für mich war Castro weit mehr als nur eine Bäckerei. Es war der perfekte Start in jeden Tag in Porto. Die Filiale liegt mitten in der Altstadt und eignet sich hervorragend für ein Frühstück oder eine kleine Pause zwischen den Sehenswürdigkeiten.
3. Jardim do Morro
Der Jardim do Morro ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Trotzdem gehört er zu meinen absoluten Lieblingsorten in Porto.
Der Park liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Douro in Vila Nova de Gaia, direkt neben dem oberen Ende der Ponte Dom Luís I. Wenn ihr aus Porto kommt, lauft einfach über die obere Ebene der Brücke – schon steht ihr praktisch mitten im Park.
Viele Menschen schauen sich den Sonnenuntergang direkt von der Brücke aus an. Der Blick von dort ist zweifellos spektakulär. Noch schöner finde ich persönlich allerdings den Jardim do Morro. Hier könnt ihr euch einfach auf die Steinstufen oder in den Rasen setzen.
Genau das macht diesen Ort für mich so besonders. Jeden Abend treffen sich hier Hunderte Menschen, um gemeinsam den Sonnenuntergang zu erleben. Straßenmusiker spielen, Menschen sitzen mit Getränken im Gras und für ein paar Minuten scheint die ganze Stadt langsamer zu werden.
Der Park liegt etwa 60 Meter über dem Douro. Die obere Ebene der Ponte Dom Luís I befindet sich rund 45 Meter über dem Wasser. Dadurch eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Altstadt von Porto, den Fluss und die Dächer der Stadt.
4. Bonfim
Bonfim gehört vermutlich nicht zu den Vierteln, die man als Erstes auf seiner Porto-Liste hat. Genau deshalb hat es mich überrascht.
Für mich war es der perfekte Ort, um das authentische Porto kennenzulernen.
Während sich die meisten Besucher in der Altstadt bewegen, werden die Straßen hier deutlich ruhiger. Man kann entspannt durch die Gassen laufen und die Architektur auf sich wirken lassen. Nicht die spektakulären Sehenswürdigkeiten stehen hier im Mittelpunkt, sondern das echte portugiesische Alltagsleben.
Besonders spannend fand ich die Gegensätze. Zwischen bewohnten Häusern entdeckt man immer wieder Gebäude, die verlassen wirken. Manche haben keine Dächer mehr, andere stehen halb verfallen zwischen renovierten Fassaden. Gerade diese Mischung verleiht dem Viertel einen ganz eigenen Charakter.
Wenn ihr von der Ponte Dom Luís I weiter Richtung Osten lauft, gelangt ihr irgendwann nach Bonfim. Von einigen Stellen aus habt ihr außerdem einen tollen Blick auf das Kloster Serra do Pilar in Gaia und die Ponte Dom Luís I.
5. Kathedrale von Porto
Eigentlich wollte ich hier zunächst gar nicht hin.
Ich meide normalerweise Orte, an denen sich große Touristengruppen sammeln. Nach unserem Frühstück bei Castro sind wir jedoch eher zufällig auf dem Vorplatz der Kathedrale gelandet.
Es war noch früh am Morgen. Die Sonne war gerade aufgegangen, der Platz war fast leer und die Atmosphäre angenehm ruhig. Also beschlossen wir spontan, einen Blick hineinzuwerfen.
Der Eintritt kostete damals drei Euro pro Person, was ich absolut fair fand.
Im Inneren war ich sofort beeindruckt. Die hohen Mauern, die kunstvollen Schnitzereien und die typischen portugiesischen Azulejo-Kacheln machen die Kathedrale zu einem wirklich besonderen Ort. Für mich ist es immer wieder faszinierend, mit welcher Detailverliebtheit solche Bauwerke vor Jahrhunderten errichtet wurden.
Als wir die Kathedrale gegen 11 Uhr wieder verließen, bot sich allerdings ein völlig anderes Bild. Vor dem Eingang hatte sich inzwischen eine riesige Schlange gebildet, die sich über den gesamten Vorplatz bis hinunter zu den Treppen in die Altstadt zog.
Mein Tipp daher ganz klar: Wenn ihr die Kathedrale besuchen möchtet, kommt möglichst früh am Morgen. Dann erlebt ihr diesen beeindruckenden Ort noch in aller Ruhe.
6. Praia de Matosinhos
Wenn man an Porto denkt, kommen einem meist die Altstadt, der Douro und die berühmte Brücke in den Sinn. Dass sich nur wenige Kilometer entfernt auch schöne Strände befinden, bleibt oft im Hintergrund.
Für einen Tag haben wir uns Fahrräder geliehen und sind von der Altstadt bis zum Atlantik gefahren. Allein dieser Ausflug hat sich bereits gelohnt. Der Weg führt an vielen grünen Abschnitten vorbei, immer wieder kommt man durch kleine Viertel, über Märkte und an Restaurants vorbei, in denen frischer Fisch angeboten wird.
In Matosinhos angekommen, erwartete uns ein breiter Sandstrand und eine entspannte Atmosphäre. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Essen. Den besten Fisch unserer gesamten Reise haben wir tatsächlich hier gegessen – frisch gegrillt, günstig und unglaublich lecker. Nicht in einem schicken Restaurant in Porto, sondern ganz unkompliziert direkt an der Küste.
Ein weiterer Grund, warum mir dieser Ort in Erinnerung geblieben ist: Hier haben wir endlich unseren Surfkurs gemacht. Eigentlich wollten wir das bereits einige Monate zuvor in Sri Lanka ausprobieren, doch damals machte mir eine Krankheit einen Strich durch die Rechnung. Umso schöner war es, diesen Wunsch schließlich in Portugal nachholen zu können.
Wenn ihr etwas mehr Zeit in Porto habt, solltet ihr euch einen Tag für Matosinhos reservieren. Die Kombination aus Fahrradtour, Strand, gutem Essen und Atlantikfeeling ist einfach perfekt wenn man aktiv sein möchte.
7. Livraria Lello
Ja, die Livraria Lello hat mich überrascht – allerdings nicht unbedingt so, wie ich erwartet hatte.
Die Buchhandlung gilt als eine der schönsten der Welt. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet und ist vor allem für ihre beeindruckende Holzarchitektur, die geschwungene Treppe und die bunten Glasfenster bekannt. Viele Besucher vergleichen sie mit den Kulissen aus Harry Potter, weshalb sie mittlerweile zu den größten Touristenmagneten Portos gehört.
Wir hatten unsere Tickets bereits im Voraus gebucht und mussten trotzdem noch eine ganze Weile warten, bevor wir überhaupt hineingelassen wurden.
Innen angekommen war mein erster Gedanke: Wow, das ist wirklich wunderschön.
Mein zweiter Gedanke: Hier sind viel zu viele Menschen.
Es war so voll, dass Mitarbeiter auf der berühmten Treppe standen und darauf achteten, dass niemand zu lange für Fotos stehen blieb. Die meisten Besucher wollten natürlich genau dieses eine Bild von sich auf der Treppe machen. Dadurch bewegte sich die gesamte Menschenmenge langsam durch die Bibliothek wie auf einem Förderband.
Die Livraria Lello ist zweifellos beeindruckend und architektonisch ein echtes Highlight. Trotzdem verliert sie für mich durch die enormen Besuchermassen einen großen Teil ihres Charmes.
Deshalb fällt meine Empfehlung etwas gemischt aus: In der Hochsaison würde ich persönlich nicht noch einmal hingehen. Wenn ihr jedoch außerhalb der Hauptreisezeit in Porto seid oder einen ruhigeren Zeitpunkt erwischt, kann der Besuch sicherlich deutlich angenehmer sein.
8. Jardins do Palácio de Cristal
Gerade an heißen Sommertagen kann Porto ziemlich anstrengend werden. Die engen Gassen speichern die Wärme und die vielen Treppen tun ihr Übriges.
Umso schöner war es, diesen Ort zu entdecken.
Der Jardins do Palácio de Cristal liegt westlich der Altstadt auf einer Anhöhe über dem Douro. Die weitläufige Parkanlage bietet Schatten, große Grünflächen und Aussichtspunkte.
Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Natur und Aussicht. Zwischen den Bäumen begegnet man immer wieder Enten und Pfauen, die scheinbar völlig unbeeindruckt zwischen den Besuchern spazieren.
Von mehreren Aussichtspunkten aus hat man einen fantastischen Blick auf die Ponte da Arrábida, den Douro und sogar auf den Atlantik am Horizont.
Auch für den Sonnenuntergang ist dieser Park ein wunderbarer Ort. Wer eine Alternative zum Jardim do Morro sucht, wird hier definitiv fündig.
9. Rua de São João
Manchmal sind es nicht Sehenswürdigkeiten, die eine Reise besonders machen, sondern die Orte, an denen man wohnt.
Unsere Unterkunft lag in der Rua de São João und ehrlich gesagt war mir beim Buchen gar nicht bewusst, wie perfekt die Lage eigentlich ist.
Die Straße verbindet die Altstadt mit dem Douro-Ufer und gehört für mich zu den schönsten Straßen der Stadt. Über den Gassen hängen bunte Fähnchen, die im Wind tanzen und besonders auf Fotos unglaublich gut aussehen.
Wenn man von Norden kommt, eröffnet sich zwischen den Häusern immer wieder ein schöner Blick auf den Douro. Gleichzeitig herrscht hier den ganzen Tag über Leben. Cafés, Restaurants, kleine Läden, Souvenirshops und lokale Geschäfte wechseln sich ständig ab.
Läuft man die Straße weiter hinunter, erreicht man schließlich die Uferpromenade. Dort reiht sich ein Lokal an das nächste.
Unser kleiner Balkon ging direkt zur Straße hinaus. Oft haben wir dort gesessen und einfach das Treiben beobachtet. Genau solche Momente bleiben mir von einer Reise oft länger in Erinnerung als manche Sehenswürdigkeit.
10. Bite Rooftop
Wenn ihr unten am Fluss entlang lauft und anschließend die steilen Treppen hinaufsteigt, erreicht ihr die Bite Rooftop Bar.
Wir waren während unserer Reise gleich zweimal dort – am ersten und am letzten Abend. Und genau das sagt eigentlich schon alles über diesen Ort.
Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf Porto, den Douro und die Ponte Dom Luís I. Besonders am Abend, wenn langsam die Lichter der Stadt angehen, entsteht eine unglaublich schöne Stimmung.
Was mir besonders gefallen hat: Trotz der tollen Aussicht wirkt die Bar angenehm entspannt. Die Musik läuft im Hintergrund, ist aber nie aufdringlich laut. Viele Gäste setzen sich Richtung Mauer, genießen ihr Getränk und beobachten das Geschehen auf dem Fluss und in der Stadt.
Für mich war das der perfekte Ort, um die Reise ausklingen zu lassen. Ein letztes Getränk, ein Blick über Porto und die Gewissheit, dass diese Stadt mich deutlich mehr überrascht hat, als ich erwartet hätte.






























