Porto kulinarisch entdecken: meine Empfehlungen
Von kleinen Cafés über traditionelle Restaurants bis hin zu modernen Lokalen gibt es an jeder Ecke in Porto etwas zu entdecken.
Wie auf jeder Reise haben wir einige echte Highlights gefunden, aber auch eine Enttäuschung erlebt. Hier sind die Restaurants und Bars, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Terreiro – Der perfekte Start in Porto
Unser erstes Mittagessen in Porto führte uns ins Terreiro.
Von unserer Unterkunft aus liefen wir Richtung Uferpromenade und anschließend etwas weiter nach Westen. Das Restaurant verfügt über einen erhöhten Außenbereich, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die berühmte Ponte Dom Luís I hat.
Wir bestellten zwei Super Bock, das wohl bekannteste Bier Portugals, und teilten uns eine Pasta mit Gambas. Beides war hervorragend und genau das Richtige für den ersten Abend. Für uns war das der ideale Einstieg in die Reise.
Must Food & Wine – Spontane Entscheidung, die sich gelohnt hat
Dieses Restaurant befand sich direkt in unserer Straße. Wir wollten an diesem Abend lieber in der Nähe bleiben, als erneut durch die halbe Stadt zu laufen. Manchmal sind genau solche spontanen Entscheidungen die besten.
Draußen waren bereits alle Plätze belegt, weshalb wir im Innenbereich saßen. Das stellte sich jedoch überhaupt nicht als Nachteil heraus, denn die Einrichtung war stilvoll und gemütlich gestaltet.
Zum Start gönnten wir uns einen Cocktail als Aperitif, anschließend bestellten wir Wein zum Hauptgang. Das Essen war hervorragend, der Service aufmerksam und die Atmosphäre sehr angenehm. Es war eines dieser Restaurants, in denen man sich sofort wohlfühlt und gerne etwas länger sitzen bleibt.
Wenn ihr in der Altstadt unterwegs seid und ein gutes Restaurant sucht, kann ich Must Food & Wine definitiv empfehlen.
Casa das Máquinas – Schöne Aussicht, enttäuschendes Essen
Casa das Máquinas haben wir eher zufällig entdeckt. Während unseres Spaziergangs entlang der Escadas dos Guindais fiel uns das moderne Restaurant auf. Ursprünglich wollten wir dort lediglich etwas trinken gehen.
An der Bar bestellt man seine Getränke und kann sich anschließend in den Garten setzen. Von dort hat man einen tollen Blick auf die Ponte Dom Luís I und die Altstadt von Porto.
Die Atmosphäre war so schön, dass wir beschlossen, für unseren letzten Abend einen Tisch zum Abendessen zu reservieren. Leider entwickelte sich dieser Besuch zur größten kulinarischen Enttäuschung unserer Reise.
Das Restaurant bewegt sich preislich eher im gehobenen Bereich. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Bereits beim Service begann das Problem. Ein großer Tisch erhielt nahezu die gesamte Aufmerksamkeit des Personals, während die übrigen Gäste weitgehend ignoriert wurden.
Als wir schließlich die Speisekarte bekamen, mussten wir feststellen, dass ungefähr die Hälfte der angebotenen Gerichte gar nicht verfügbar war.
Die Hauptspeise wurde direkt am Tisch filetiert, was zunächst sehr hochwertig wirkte. Bis der Fisch jedoch serviert wurde, war er bereits kalt. Geschmacklich dominierte fast ausschließlich Knoblauch, sodass die eigentlichen Aromen kaum noch wahrnehmbar waren.
Wir teilten dem Kellner freundlich mit, dass wir mit dem Essen nicht zufrieden waren. Daraufhin erhielten wir erneut die Speisekarten, obwohl für uns bereits feststand, dass wir nichts weiteres bestellen würden. Auch beim Bezahlen mussten wir wieder ungewöhnlich lange warten.
Für die aufgerufenen Preise war die Leistung leider weit entfernt von dem, was wir erwartet hatten.
Mein Fazit: Wenn ihr nur etwas trinken und die Aussicht genießen möchtet, ist Casa das Máquinas durchaus einen Besuch wert. Zum Abendessen würde ich persönlich jedoch nicht noch einmal zurückkehren.
Sirgaria Castro – Tolles Essen mit Blick auf Porto
Ganz anders war unsere Erfahrung bei Sirgaria Castro.
Auch dieses Restaurant bewegt sich preislich eher im gehobenen Bereich, bietet dafür jedoch genau den Service und die Qualität, die man in dieser Kategorie erwartet.
Wir bekamen einen wunderschönen Tisch mit Blick auf Porto und konnten dort sogar den Sonnenuntergang genießen.
Da wir etwas früher angekommen waren, wurde uns angeboten, die Wartezeit in der Rooftop-Bar zu verbringen. Die Aussicht von dort oben war beeindruckend, allerdings war die Bar an diesem Abend extrem voll und die Musik so laut, dass eine normale Unterhaltung kaum möglich war.
Deshalb entschieden wir uns kurzerhand, noch etwas an der Promenade entlangzulaufen und ein kleines Weintasting zu machen, bevor wir zu unserem Tisch zurückkehrten.
Das Essen selbst war hervorragend, der Service aufmerksam und die Atmosphäre sehr angenehm.
Wenn ihr euch während eurer Porto-Reise einen besonderen Restaurantbesuch gönnen möchtet, kann ich Sirgaria Castro uneingeschränkt empfehlen.
Restaurante O Marco – Der beste Fisch unserer Reise
Wenn mich jemand fragen würde, welches Restaurant mir von unserer Porto-Reise am meisten in Erinnerung geblieben ist, würde meine Antwort wahrscheinlich Restaurante O Marco in Matosinhos lauten. Das Lokal liegt direkt in Hafennähe und verkörpert genau das, was ich an Portugal so mag: ehrliches Essen ohne viel Schnickschnack.
Schon beim Vorbeigehen steigt einem der Duft von frisch gegrilltem Fisch in die Nase. Vor dem Restaurant wird der Fang des Tages direkt auf großen Grills über offenem Feuer zubereitet. Frischer geht es kaum.
Wir entschieden uns natürlich für die berühmten Sardinen – und ich kann ohne Übertreibung sagen, dass es der beste Fisch war, den ich bisher gegessen habe. Perfekt gegrillt, unglaublich frisch und voller Geschmack. Genau so hatte ich mir portugiesische Fischküche vorgestellt.
Dazu bestellten wir Sangria, die ebenfalls hervorragend zubereitet war und perfekt zum Essen passte.
Besonders überrascht hat mich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz der hervorragenden Qualität waren die Preise deutlich günstiger als in vielen Restaurants direkt in Porto.
Während unserer Reise haben wir einige sehr gute Restaurants besucht, doch wenn es um authentisches portugiesisches Essen geht, war Restaurante O Marco für mich die klare Nummer eins.
Wer einen Ausflug nach Matosinhos macht oder dort einen Tag am Strand verbringt, sollte hier unbedingt einkehren. Allein für die Sardinen lohnt sich der Weg.
Was ist eigentlich Portwein?
Wenn man Porto besucht, kommt man am Thema Portwein kaum vorbei. Ehrlich gesagt hatten wir ursprünglich geplant, an einem Portweintasting teilzunehmen. Während eines Restaurantbesuchs bekamen wir jedoch bereits ein Glas Portwein als Aperitif serviert.
Und genau dort merkten wir schnell: Das ist einfach nicht unser Geschmack.
Der Wein war deutlich süßer als alles, was wir normalerweise trinken. Deshalb entschieden wir uns letztendlich gegen eine komplette Verkostung.
Trotzdem ist Portwein ein wichtiger Teil der Kultur Portos und definitiv interessant.
Anders als normaler Wein wird Portwein während der Gärung mit einem hochprozentigen Weinbrand versetzt. Durch diesen Prozess wird die Gärung frühzeitig gestoppt, wodurch ein Teil des natürlichen Traubenzuckers erhalten bleibt.
Genau deshalb schmeckt Portwein deutlich süßer als klassischer Rot- oder Weißwein.
Außerdem besitzt er einen höheren Alkoholgehalt, meist zwischen 19 und 22 Prozent.
Die Trauben stammen aus dem Douro-Tal im Landesinneren Portugals. Traditionell wurde der Wein anschließend nach Vila Nova de Gaia transportiert, wo er in den berühmten Kellern gelagert und gereift wurde.
Heute gehören die Portweinkeller auf der Gaia-Seite des Douro zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Auch wenn Portwein nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen hat, gehört eine Verkostung für viele Besucher zu einem Porto-Aufenthalt einfach dazu.
Mein kulinarisches Fazit zu Porto
Was mich an Porto besonders überrascht hat: Die besten kulinarischen Erlebnisse hatten wir nicht unbedingt in den teuersten Restaurants.
Oft waren es die spontanen Entscheidungen, die in Erinnerung geblieben sind. Ein kühles Super Bock mit Blick auf den Douro, frische Pastéis de Nata am Morgen oder ein gutes Abendessen in einem Restaurant, das wir eher zufällig entdeckt hatten.
Genau diese Mischung aus gutem Essen, entspanntem Lebensgefühl und beeindruckender Kulisse macht Porto für mich auch kulinarisch zu einem ganz besonderen Reiseziel.





