Reiseziele finden und Reisen planen – so gehe ich vor

Jede Reise beginnt lange vor dem eigentlichen Abflug. Für mich gehört die Reiseplanung fast genauso zum Reisen wie die Zeit vor Ort. Ich liebe es, neue Länder zu entdecken, Routen zusammenzustellen und mir auszumalen, welche Orte ich bald besuchen werde. Natürlich plane ich nicht jede Minute bis ins kleinste Detail – im Gegenteil. Ich versuche, eine gute Grundlage zu schaffen und trotzdem genügend Raum für spontane Erlebnisse zu lassen. Genau diese Mischung hat sich für mich in den letzten Jahren bewährt. Vielleicht hilft dir meine Vorgehensweise auch bei deiner nächsten oder sogar ersten Reise.

1. Das richtige Reiseziel finden

Jede Reise beginnt mit einer einfachen Frage: Wohin soll es eigentlich gehen? Das klingt zunächst simpel, ist aber oft der schwierigste Teil der gesamten Reiseplanung. Gerade wenn man kein bestimmtes Land im Kopf hat, kann die riesige Auswahl schnell überfordern.

Deshalb frage ich mich zuerst, worauf ich gerade wirklich Lust habe. War ich schon lange nicht mehr am Meer und sehne mich nach Sonne und Strand? Oder vermisse ich die Berge und möchte endlich wieder wandern? Vielleicht reizt mich eine Winterreise mit Schnee und Polarlichtern oder ich möchte tropische Landschaften entdecken. Manchmal ist es aber auch die Neugier auf eine völlig andere Kultur, die mich in ein Land zieht, das ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte.
Mir hilft dabei immer eine ganz einfache Frage:

Welche Art von Reise möchte ich überhaupt machen?

  • Winterreise
  • Roadtrip
  • Städtetrip
  • Badeurlaub
  • Wanderreise
  • Sommerparadies
  • Abenteuerreise
  • Entspannungsurlaub

Sobald ich das für mich beantwortet habe, wird die Auswahl der Länder automatisch kleiner und deutlich übersichtlicher.
Im nächsten Schritt verschaffe ich mir einen ersten Eindruck der möglichen Reiseziele. Dafür schaue ich mir Fotos auf Social Media an, lese Reiseblogs oder recherchiere einfach bei Google. Oft merkt man schon nach kurzer Zeit, ob einen ein Land wirklich anspricht oder ob man sich etwas ganz anderes vorgestellt hat.

Neben den schönen Bildern gehören für mich aber auch ein paar praktische Fragen zur Planung. Wie ist die aktuelle politische Lage? Kann ich mich dort frei bewegen? Gibt es Regionen, die ich lieber meiden sollte?
Gerade als Frau informiere ich mich zusätzlich darüber, wie andere Reisende ihre Erfahrungen vor Ort beschreiben. Das bedeutet nicht, dass man bestimmte Länder grundsätzlich meiden sollte – aber ich finde, man sollte sich vorher bewusst informieren und wissen, worauf man sich einstellt.

Auch die Frage, ob du alleine, zu zweit oder mit mehreren Personen reist, spielt eine wichtige Rolle. Zu zweit findet man meistens schnell einen gemeinsamen Nenner. Plant ihr jedoch mit einer größeren Gruppe, würde ich vorher unbedingt über die Erwartungen sprechen. Während die einen möglichst viel sehen möchten, wünschen sich andere einen entspannten Strandurlaub. Werden solche Vorstellungen nicht vorher abgeglichen, kann das später schnell zu Diskussionen führen.

Ich selbst bevorzuge Reiseziele, in denen ich mich frei bewegen kann und die politische Lage möglichst entspannt ist. Außerdem entdecke ich gerne Länder oder Regionen, die gerade nicht im absoluten Hype sind. Natürlich gibt es wunderschöne Orte, die jeder einmal gesehen haben möchte – aber ich genieße es genauso, unterwegs auch einmal Ruhe zu haben und die Natur ohne große Menschenmengen erleben zu können.
Das ist aber reine Geschmackssache. Manche lieben das bunte Treiben beliebter Urlaubsorte, andere suchen eher abgelegene Regionen. Genau deshalb ist Reiseplanung immer etwas sehr Persönliches.

Habt ihr euch bereits für einen Roadtrip entschieden, lohnt es sich außerdem, schon bei der Wahl des Landes einen Blick auf die Entfernungen zu werfen. Viele unterschätzen, wie groß manche Länder tatsächlich sind. Nicht jede Route lässt sich entspannt in 2 oder 3 Wochen fahren.

Kleinere Inseln oder kompakte Länder eignen sich oft hervorragend für einen Roadtrip, weil ihr viele Highlights auf kurzer Strecke erleben könnt. In sehr großen Ländern liegen die Sehenswürdigkeiten dagegen häufig mehrere hundert Kilometer auseinander. Dort können lange Fahrtage oder sogar Inlandsflüge notwendig werden.

Mein Tipp: Plant lieber etwas weniger ein. Ihr müsst nicht jede Ecke eines Landes auf einer einzigen Reise sehen. Oft bleibt gerade dadurch genügend Zeit, die Orte wirklich zu genießen, statt jeden Tag mehrere Stunden im Auto zu verbringen. Denn sechs oder sieben Stunden täglich zu fahren – und anschließend kaum noch Zeit für Erkundungen zu haben – wird auf Dauer ziemlich anstrengend, besonders wenn ihr selbst am Steuer sitzt.

2. Die Reiseroute planen

Sobald das Reiseziel feststeht, beginnt für mich einer der schönsten Teile der Reiseplanung: die Route. Jetzt geht es darum zu überlegen, was ihr auf eurer Reise eigentlich erleben möchtet. Soll es ein Mix aus Städten und Natur werden? Möchtet ihr Inselhopping machen, beeindruckende Berglandschaften entdecken oder lieber Seen und Wälder erkunden? Interessieren euch Vulkane, kleine historische Dörfer oder kulturelle Highlights wie Tempel und Museen? Vielleicht zieht es euch auch in pulsierende Metropolen mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Es gibt in fast jedem Land unendlich viel zu entdecken. Genau deshalb versuche ich, mich auf die Orte zu konzentrieren, die mich wirklich interessieren, anstatt möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abzuhaken.

Meine Route ist deshalb nie komplett durchgetaktet. Ich plane die wichtigsten Stationen vorab, lasse aber immer bewusst Zeit für spontane Stopps. Oft sind genau diese ungeplanten Momente später die schönsten Erinnerungen der Reise.

Wenn ihr touristische Hotspots eher meiden möchtet, kann ich euch einen Tipp ans Herz legen: Sprecht mit den Einheimischen. Die besten Empfehlungen habe ich fast immer von Menschen bekommen, die dort leben. Sie kennen kleine Aussichtspunkte, versteckte Strände, ruhige Wanderwege oder Restaurants, die in keinem Reiseführer stehen. Die Orte, die auf Social Media ständig gezeigt werden, kennt mittlerweile fast jeder.

Auch unterwegs lohnt es sich, aufmerksam zu sein. Gerade auf Roadtrips weisen Straßenschilder häufig auf kleine Wanderungen, Wasserfälle, Aussichtspunkte oder andere Sehenswürdigkeiten hin, die viele Touristen einfach vorbeifahren. Genau dort erlebt man oft die schönsten Überraschungen.

Plant ihr bekannte Aktivitäten wie Tageswanderungen, Nationalparks, Tempel oder Aussichtsplattformen in großen Städten, informiert euch vorher, ob ihr Tickets reservieren müsst. Gerade beliebte Attraktionen sind oft Wochen oder sogar Monate im Voraus ausgebucht. Hier funktioniert spontanes Reisen leider nicht immer.

3. Unterkunft und Art des Reisens

Bevor ihr Unterkünfte bucht, solltet ihr überlegen, wie ihr überhaupt reisen möchtet.
Bleibt ihr die gesamte Zeit an einem Ort und erkundet die Umgebung mit einem Mietwagen? Plant ihr eine Rundreise und wechselt regelmäßig die Unterkunft? Oder seid ihr mit einem Camper unterwegs und habt eure Unterkunft immer dabei?
Jede Reiseart hat ihren eigenen Reiz und beeinflusst die gesamte Planung.

Wenn ihr mit dem Camper reisen möchtet, findet ihr dazu übrigens einen eigenen Blogbeitrag von mir, in dem ich meine Erfahrungen und Tipps ausführlich zusammengefasst habe.

Plant ihr Inselhopping, solltet ihr außerdem euer Gepäck im Hinterkopf behalten. Was auf dem Hinflug noch praktisch erscheint, kann nach der dritten oder vierten Fährüberfahrt ziemlich lästig werden. Je leichter ihr unterwegs seid, desto entspannter wird eure Reise.

Wenn ich eine Rundreise plane, achte ich außerdem darauf, bei den Unterkünften etwas Abwechslung einzubauen. Ich buche nicht ausschließlich luxuriöse Hotels, aber auch nicht nur einfache Gästehäuser.
In Sri Lanka habe ich beispielsweise nur die ersten Unterkünfte sowie ein paar besondere Hotels bereits von zu Hause reserviert. Viele kleinere Unterkünfte habe ich erst unterwegs gebucht. Das hatte den Vorteil, flexibel zu bleiben und trotzdem zwischendurch auch einmal etwas mehr Komfort zu genießen. Nach mehreren Nächten in einfachen Zimmern freut man sich einfach umso mehr auf ein schönes Hotel. Für mich macht genau diese Mischung eine Reise besonders.

4. Flüge, Mietwagen und Transport

Steht eure Route grob fest, könnt ihr euch um die An- und Abreise kümmern.
Innerhalb Europas buche ich Flüge meistens 1 bis 2 Monate vorher. Bei Fernreisen versuche ich dagegen, etwa 6 Monate im Voraus zu buchen. Häufig sind die Preise dann noch günstiger und die Auswahl an guten Flugverbindungen deutlich größer.

Kontrolliert vor der Buchung unbedingt noch einmal, ob die Flugzeiten zu eurer Route passen. Gerade bei Langstreckenflügen mit Zeitverschiebung landet man oft einen Tag später als gedacht. Das sollte bei der ersten Unterkunft unbedingt berücksichtigt werden.

Einen Mietwagen reserviere ich grundsätzlich ebenfalls vorab. Vor Ort sind die Preise häufig höher und die Auswahl deutlich kleiner.

5. Kleine Dinge, die man leicht vergisst

Neben der eigentlichen Reiseplanung gibt es noch einige Kleinigkeiten, die später viel Stress vermeiden können.
Informiert euch vorab, ob ihr für das Land eine Vignette benötigt oder Mautgebühren zahlen müsst. Gerade bei Roadtrips können diese Kosten schnell zusammenkommen und sollten von Anfang an mit eingeplant werden.

Auch größere Fährverbindungen solltet ihr möglichst früh reservieren. Das gilt beispielsweise für die Fähre vom australischen Festland nach Tasmanien oder für Verbindungen zwischen Norwegen und Dänemark beziehungsweise Deutschland. Vor allem in der Hauptsaison können diese schnell ausgebucht sein.

Kleinere Fähren innerhalb eines Landes müsst ihr dagegen meistens nicht vorab buchen. Dort stellt man sich einfach in die entsprechende Warteschlange und fährt mit der nächsten verfügbaren Fähre mit.

6. Kostenlose Checkliste zur Reiseplanung
Fazit

Es gibt nicht die eine perfekte Art zu reisen. Jeder hat andere Vorstellungen, Prioritäten und Wünsche. Manche planen jeden einzelnen Tag bis ins Detail, andere buchen nur den Flug und entscheiden alles Weitere spontan. Beides ist völlig in Ordnung.

Ich persönlich plane so viel, dass ich entspannt reisen kann, lasse aber immer genügend Freiraum für spontane Entscheidungen. Genau daraus entstehen oft die schönsten Erinnerungen.
Das Wichtigste ist, dass euch die Planung genauso viel Freude bereitet wie die Reise selbst. Lasst euch nicht unter Druck setzen, alles perfekt machen zu wollen. Eine gute Vorbereitung hilft zwar dabei, viele Probleme zu vermeiden, aber sie sollte euch niemals den Spaß am Reisen nehmen.

Genießt die Vorfreude, bleibt offen für spontane Abenteuer und nehmt euch unterwegs bewusst Zeit, eure Reise wirklich zu erleben. Denn am Ende sind es meistens nicht die perfekt geplanten Momente, an die man sich erinnert – sondern die ungeplanten.

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