Mangart Wanderung – über die Via Italiana zum Gipfel
Der Mangart war für mich das Highlight unserer Reise durch die Julischen Alpen. Mit 2.679 Metern ist er der dritthöchste Berg Sloweniens und liegt direkt an der Grenze zu Italien. Allein die Anfahrt ist schon ein kleines Abenteuer – und die Wanderung zum Gipfel macht den Tag zu einem echten Bergabenteuer.
Welche Strecke passt zu mir?
Für die Besteigung des Mangart gibt es zwei bekannte gesicherte Routen: die Via Italiana auf der italienischen Seite und die Slovenjska pot auf der slowenischen Seite. Beide führen über ausgesetzte und teilweise mit Stahlseilen gesicherte Passagen zum Gipfel.
Die Via Italiana ist mit dem Schwierigkeitsgrad C technisch anspruchsvoller und hat einige sehr ausgesetzte Passagen. Die Slovenjska pot wird mit B bewertet, weist aber ebenfalls Klettersteigpassagen auf. Beide Wege sollten daher nur mit entsprechender Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und der passenden Ausrüstung begangen werden.
Für die komplette Tour sollte man bei beiden Varianten ungefähr 8–9 Kilometer, 700–800 Höhenmeter und 4–5 Stunden Gehzeit einplanen. Die tatsächliche Länge und die Höhenmeter hängen allerdings vom jeweiligen Startpunkt und der gewählten Routenvariante ab. Durch die aktuell gesperrte obere Parkmöglichkeit kommen derzeit noch etwa 100–200 Höhenmeter zusätzlich dazu.
Für die normalen Wanderpassagen benötigt man keinen Klettergurt. Sobald man die gesicherten Klettersteigabschnitte begeht, ist ein Klettersteigset mit Klettergurt und Helm die empfohlene Sicherheitsausrüstung. Der Helm ist besonders wichtig, da im felsigen Gelände jederzeit Steinschlag entstehen kann.
Im Internet findet man allerdings auch die Information, dass die Via Italiana ohne Klettersteigset begangen werden kann. Genau das haben wir bei unserer Tour ebenfalls gemacht. Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass es etwas leichtsinnig von uns war – vor allem ohne Helm. Ich würde euch deshalb trotzdem empfehlen, die entsprechende Klettersteigausrüstung mitzunehmen. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren, und gerade an ausgesetzten Stellen sollte man kein unnötiges Risiko eingehen.
Die beiden Wege lassen sich außerdem miteinander kombinieren, sodass man beispielsweise über eine Route aufsteigt und über die andere wieder zurückgeht. So entsteht eine abwechslungsreiche Rundtour mit unterschiedlichen Perspektiven auf den Mangart.
die Via Italiana
Wir haben uns für die Via Italiana entschieden. Für mich war sie genau die richtige Mischung aus Wandern und Klettersteig. Die Route führt durch eine beeindruckende Felslandschaft und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke über die Julischen Alpen und auf die italienische Seite rüber.
Gerade die ausgesetzten Stellen machen den Weg besonders – gleichzeitig sollte man sich dort wirklich konzentrieren und nicht unterschätzen, dass man sich im hochalpinen Gelände bewegt.
Was benötigst du für diese Wanderung?
Für die Tour würde ich auf jeden Fall vernünftige Bergschuhe mit gutem Profil empfehlen. Dazu gehören ausreichend Wasser, Proviant, Sonnen- und Regenschutz sowie eine warme Schicht – auch wenn es im Tal sommerlich warm ist.
Für die gesicherten Passagen ist ein Klettersteigset mit Helm und Gurt sinnvoll beziehungsweise je nach gewählter Route erforderlich. Gerade ein Helm ist wichtig, da sich in felsigem Gelände Steine lösen können.
Außerdem würde ich bei einer solchen Tour immer eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung und eine Stirnlampe im Rucksack haben.
Die Aktuelle Parkplatzsituation
Ein wichtiger Hinweis für alle, die den Mangart aktuell besteigen möchten: Durch einen Felssturz ist der obere Parkplatz derzeit gesperrt. Die Mangartstraße ist 2026 nur bis etwa zum 9. Kilometer befahrbar. Von dort muss man weiter zu Fuß gehen.
Dadurch kommen je nach aktuellem Parkplatz ungefähr 100–200 Höhenmeter zusätzlich zur Tour dazu. Die Parkmöglichkeiten sind außerdem begrenzt – aktuell dürfen sich maximal 90 Fahrzeuge gleichzeitig im Bereich befinden. An der Zufahrt gibt es deshalb eine automatische Zugangskontrolle.
Plant also lieber etwas Zeit ein und fahrt möglichst früh los.
Die Fahrt zum Mangart
Die Straße zum Mangartsattel ist mit etwa 12 Kilometern die höchstgelegene Straße Sloweniens und führt bis auf rund 2.055 Meter. Sie kostet aktuell 10 € Maut pro Fahrzeug.
Und die Fahrt ist definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst: Die Straße ist teilweise extrem schmal, führt durch mehrere enge Tunnel und hat nur wenige Ausweichmöglichkeiten.
Wohnmobile und Fahrzeuge über 2,20 Meter Höhe sind nicht erlaubt. Bei unserem Auto mit Dachzelt waren wir mit knapp unter 2,20 Metern unterwegs – hier sollte man die Fahrzeughöhe also unbedingt vorher kennen.
Da einem jederzeit ein Fahrzeug entgegenkommen kann, kann es passieren, dass man ein Stück rückwärts bis zur nächsten Ausweichbucht fahren muss.
Und noch ein wichtiger Punkt: Die Straße wird auch von vielen Fahrradfahrern genutzt. Gerade in den engen Kurven und bei schlechter Sicht in den Tunneln sollte man deshalb besonders aufmerksam und langsam fahren.
Der nötige Respekt vor den Bergen
Auch wenn die Tour auf Fotos manchmal leichter aussieht, sollte man den Mangart nicht unterschätzen. Das Wetter kann sich in den Bergen schnell verändern und auf knapp 2.700 Metern können die Bedingungen ganz anders sein als unten im Tal.
Vor dem Start würde ich deshalb immer die Wetter- und Wegbedingungen prüfen, ausreichend Wasser und Essen dabeihaben und lieber umkehren, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.
Und ganz wichtig: In den Bergen sollte man sich nicht überschätzen. Gesicherte Passagen bedeuten nicht automatisch, dass ein Weg ungefährlich ist. Abstand zu anderen Personen halten, Steinschlagbereiche nicht unnötig lange betreten, andere Wanderer nicht überholen, wenn es die Situation nicht zulässt, und auf den markierten Wegen bleiben.
Der Berg läuft schließlich nicht weg – und manchmal ist Umkehren die vernünftigste Entscheidung.






