Die spektakulärste Tageswanderung in Tasmanien

Wer nach Tasmanien reist und gerne wandert, kommt am Cradle Mountain National Park kaum vorbei. Die markante Bergkette zählt zu den bekanntesten Naturattraktionen Australiens und bietet einige der schönsten Wanderungen des Landes. Die Besteigung des Cradle Mountain Summit ist dabei die anspruchsvollste und gleichzeitig beeindruckendste Tour im Nationalpark.

Auf rund 13,6 Kilometern warten 1.251 Höhenmeter, alpine Landschaften, spektakuläre Ausblicke und ein Gipfel, der einem wirklich alles abverlangt. Die Wanderung ist kein gemütlicher Spaziergang, sondern eine echte Herausforderung. Wer sich darauf einlässt, wird jedoch mit einer der schönsten Aussichten Tasmaniens belohnt.

Wichtige Informationen zur Wanderung

Strecke: 13,6 km Rundweg
Höhenmeter: 1.251 hm
Wanderzeit: ca. 6 Stunden reine Gehzeit
Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Startpunkt: Dove Lake
Highlights: Dove Lake, Cradle Mountain Summit, alpine Hochebenen, Wombat Pool

Vorbereitung und Wetter

Bevor ihr die Wanderung startet, solltet ihr unbedingt die aktuelle Wetterlage prüfen. Das Wetter am Cradle Mountain ist berüchtigt dafür, sich innerhalb weniger Minuten komplett zu verändern. Sonnenschein kann hier schnell von Nebel, Wind, Regen oder Schneefall abgelöst werden.

Auch im tasmanischen Sommer können die Temperaturen am Gipfel deutlich niedriger sein als im Tal. Eine Regenjacke, ausreichend Wasser, Snacks sowie festes Schuhwerk gehören deshalb zur Grundausstattung. Wer den Summit plant, sollte außerdem trittsicher sein und keine Probleme mit längeren Kletterpassagen haben.

Etappe 1: Visitor Centre

Der Tag beginnt am Cradle Mountain Visitor Centre. Mit dem Mietwagen kommt ihr nicht weiter in den Nationalpark hinein. Hier kauft ihr euer Ticket, das sowohl den Eintritt in den Nationalpark als auch die Nutzung des Shuttle-Busses beinhaltet.

Die Mitarbeiter am Schalter fragen euch, welche Wanderung ihr plant, und beraten euch gerne zu den aktuellen Bedingungen. Gleichzeitig werdet ihr noch einmal darauf hingewiesen, dass sich die Wettersituation jederzeit ändern kann und ihr entsprechend vorbereitet sein solltet.

Anschließend steigt ihr in den nächsten Shuttle-Bus, der euch bis zum Dove Lake bringt. Natürlich könnt ihr auch bereits an einer früheren Haltestelle aussteigen und eine der zahlreichen anderen Wanderungen im Nationalpark unternehmen.

Etappe 2: Start am Dove Lake

Am Dove Lake beginnt die eigentliche Wanderung. Der See ist eines der bekanntesten Fotomotive Tasmaniens und liegt direkt vor der beeindruckenden Kulisse der schroffen Cradle Mountains.

Von hier aus habt ihr zwei Möglichkeiten: den Rundweg rechts oder links herum zu beginnen. Wir entscheiden uns für die linke Variante.
Schon nach den ersten Metern bieten sich fantastische Ausblicke auf den See, während die rauen Gipfel im Hintergrund aufragen. Der Weg steigt zunächst nur leicht an und führt noch über gut erkennbare Pfade.

Doch das ändert sich schnell. Die Wege werden zunehmend steiniger und gehen in Geröllfelder über. Dazwischen sorgen immer wieder Holzstege für etwas Abwechslung. Sie lassen sich angenehm laufen und bieten einen schönen Kontrast zu den felsigen Passagen, die den Großteil der Wanderung bestimmen.

Etappe 3: anspruchsvoller Aufstieg

Nun wird es deutlich anstrengender. Der Weg wird steiler und die ersten größeren Kletterpassagen stehen bevor. Spätestens an der Stelle, an der ihr euch mithilfe eines Seils über große Felsen nach oben arbeitet, merkt ihr, dass diese Wanderung kein gewöhnlicher Gipfelanstieg ist.

Nach diesem Abschnitt erreicht ihr zunächst eine etwas flachere Ebene mit einer Hütte und einem kleinen See. Hier könnt ihr kurz durchatmen, bevor der nächste Anstieg beginnt.

Wieder geht es über steinige Wege bergauf. Nach einiger Zeit erreicht ihr einen Aussichtspunkt, von dem ihr direkt auf den Dove Lake und euren Ausgangspunkt blicken könnt. Der Blick über die Landschaft ist schlicht beeindruckend. Von hier oben wird erst richtig deutlich, wie gewaltig die Bergwelt des Nationalparks ist.

Etappe 4: Der Cradle Mountain Summit

An einem Wegpunkt steht schließlich die Entscheidung an: Gipfel oder weiter über die andere Seeseite zurück zum Startpunkt?

Wer genug erlebt hat, kann hier bereits den Rückweg antreten. Wir entscheiden uns für den Summit – und bereuen diese Entscheidung etwa eine halbe Stunde später zumindest kurzzeitig.
Der Grund: Der Gipfel ist deutlich weiter entfernt, als er zunächst wirkt. Nach jedem erklommenen Felsen denkt man, endlich angekommen zu sein. Doch hinter der nächsten Kante geht der Weg wieder bergab, bevor der nächste Anstieg folgt.

Von einem klassischen Wanderweg kann hier kaum noch die Rede sein. Stattdessen bewegt ihr euch über riesige Felsblöcke, klettert hoch, steigt wieder hinunter und sucht ständig nach der besten Route durch das Blockfeld. Diese Passage kostet unglaublich viel Kraft und vor allem Zeit.

Wer erst spät am Tag startet, sollte den zusätzlichen Aufstieg zum Summit deshalb gut überlegen. Die letzten Meter ziehen sich deutlich länger als erwartet.
An unserem Wandertag sind viele andere Wanderer unterwegs. Immer wieder unterstützt man sich gegenseitig, gibt Tipps zur besten Route und motiviert sich für die letzten Meter.

Als wir schließlich den Gipfel erreichen, sind alle Strapazen vergessen. Der Ausblick reicht über die unberührte Wildnis Tasmaniens bis zum Horizont. Besonders überraschend: In einer schattigen Ecke liegt sogar noch Schnee – mitten im tasmanischen Sommer.
Nach einer kurzen Pause und einem Snack machen wir uns wieder auf den Rückweg bis zu dem Punkt, an dem wir uns für den Gipfelanstieg entschieden haben.

Etappe 5: Rückweg über die Hochebene

Der Rückweg führt nun auf der gegenüberliegenden Seite des Sees entlang.
Die Landschaft wirkt fast surreal. Weite Hochebenen, bizarre Felsformationen und unzählige Aussichtspunkte lassen die Umgebung beinahe wie eine andere Welt erscheinen.

Ab diesem Abschnitt werden die Holzstege häufiger. Nach den vielen Stunden auf Geröll und Felsen freuen sich insbesondere die Knie über die etwas angenehmere Oberfläche.
Gleichzeitig eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven auf die umliegenden Berge und Täler, sodass der Rückweg keineswegs langweilig wird.

Etappe 6: Wombat Pool

Kurz vor dem Ende der Wanderung erreicht ihr den Wombat Pool.
Mit etwas Glück lassen sich hier tatsächlich Wombats beobachten. Leider ist es an unserem Wandertag sehr heiß, weshalb wir keinen einzigen entdecken. Die Tiere bevorzugen meist kühlere und bewölktere Bedingungen.

Die Umgebung verändert sich hier erneut. Eukalyptusbäume, sattes Grün und die typisch australische Vegetation prägen das Landschaftsbild und bilden einen schönen Abschluss der Tour.
Nach den letzten Kilometern erreichen wir schließlich wieder den Ausgangspunkt am Dove Lake.

Fazit: Lohnt sich die Wanderung?

Als wir zurück am Startpunkt ankommen, zeigt meine Uhr 13,6 Kilometer, 1.251 Höhenmeter und rund 6 Stunden reine Wanderzeit an. Mit dem Shuttle-Bus geht es anschließend zurück zum Visitor Centre.

Die Wanderung auf den Cradle Mountain Summit gehört für mich zu den absoluten Highlights Tasmaniens. Die abwechslungsreiche Landschaft, die spektakulären Ausblicke und der anspruchsvolle Gipfelanstieg machen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis. Trotz der Beliebtheit des Nationalparks fühlt sich die Wanderung nie überlaufen an, und unterwegs entstehen immer wieder nette Gespräche mit anderen Wanderern.

Tasmanien


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