Wild, ruhig und voller unberührter Natur
Reisezeitraum:
Dauer:
Reiseart:
Transport:
Strecke:
Wetter:
Bekannt für:
Wertung:
04.01.2026 – 23.01.2026
20 Tage
Rundreise
Flug, Campervan, Fähre
ca. 1.900 km
unberechenbar
unberührte Natur, Tierwelt
★★★★★

Infos

Norden
Der Norden ist ideal für Reisende, die Ruhe, Natur und entspanntes Entdecken suchen. Für alle, die gerne unterwegs sind, ohne ständig den nächsten Programmpunkt im Blick zu haben: Roadtrips, Wanderungen, kleine Hafenstädte, gutes regionales Essen. Perfekt für Individualisten, Naturliebhaber und Genießer, die Tasmanien lieber langsam erleben.
Weniger gut passt der Norden zu Reisenden, die ikonische Postkartenmotive im Minutentakt, lebendige Städte oder durchgehend spektakuläre Highlights erwarten. Auch wer starkes Nachtleben oder sehr konstantes Sommerwetter sucht, wird hier eher nicht fündig.
Weniger Show, mehr Substanz. Hier geht es nicht darum, möglichst viel abzuhaken, sondern darum, draußen zu sein und Zeit zu haben.
Der Norden ist die unaufgeregte Mitte Tasmaniens. Grüne Hügellandschaften, Nationalparks wie Cradle Mountain, kurze Distanzen zwischen Inland und Küste und kleine Hafenorte, die nicht für Touristen inszeniert sind. Dazu kommen leise Highlights: Pinguinbegegnungen in der Dämmerung, Weine aus dem Tamar Valley, ehrliche Küche und viel Raum. Alles fühlt sich zugänglich und entspannt an.
Wettertechnisch ist der Norden einer der ausgeglichensten Teile der Insel: milder und trockener als Westen und Süden, weniger windig, vor allem im Inland. An der Küste kann es frisch werden, Extreme sind aber selten.
Beste Reisezeit: November bis April, mit Temperaturen meist zwischen 18 und 25 Grad. Frühling und Herbst sind ruhig und stimmungsvoll, der Winter kühl, aber überraschend angenehm für alle, die Einsamkeit mögen.
Süden
Der Süden ist perfekt für Reisende, die Natur und Kultur kombinieren wollen. Für alle, die gerne durch Städte bummeln, Märkte besuchen, gutes Essen lieben – und trotzdem in kurzer Zeit draußen in wilder Landschaft stehen möchten. Ideal auch für Fotografen, Genießer und Roadtrip-Fans.
Weniger gut gefällt der Süden wahrscheinlich Reisenden, die konstantes Badewetter, viel Sonne oder einen klassischen Strandurlaub erwarten. Auch wer Wind, schnelle Wetterwechsel oder kühlere Temperaturen selbst im Sommer nicht mag, fühlt sich im Süden oft schneller unwohl.
Der Süden ist emotionaler und dramatischer als andere Teile der Insel. Hobart wirkt kreativ und rau zugleich, Orte wie Bruny Island oder die Tasman Peninsula liefern spektakuläre Küsten, Klippen und Weite. Kunst, Geschichte, Meer und Berge liegen hier eng beisammen – und das wechselnde Licht sorgt ständig für neue Stimmungen.
Der Süden ist kühler und windiger als der Norden, vor allem an der Küste. Wetterumschwünge gehören dazu.
Beste Reisezeit ist von Dezember bis März: lange Tage, Temperaturen meist zwischen 16 und 23 Grad, ideale Bedingungen für Outdoor-Erlebnisse. Frühling und Herbst sind wunderschön, aber deutlich wechselhafter – perfekt für flexible Reisende.
Unterm Strich: Der Süden ist nichts für Schönwetter-Garantien, aber großartig für alle, die Tasmanien in seiner ganzen Tiefe erleben wollen.
Osten
Der Osten ist ideal für Reisende, die Sonne, Strände und dieses klassische Urlaubsgefühl suchen. Für alle, die gern schwimmen, schnorcheln, Kajak fahren oder einfach barfuß am Strand sitzen. Perfekt für Genießer, Fotografen, Paare und alle, die es etwas leichter und wärmer mögen.
Weniger gut gefällt der Osten wahrscheinlich Reisenden, die Einsamkeit abseits bekannter Routen suchen oder mit stärkerem Trubel schlecht klarkommen. Auch wer dramatische Wildnis oder ständig wechselndes Wetter erwartet, wird den Osten eher als zu „sanft“ empfinden.
Der Osten ist die Postkartenseite Tasmaniens. Weiße Strände, türkisfarbenes Wasser, leuchtend orangefarbene Felsen in der Bay of Fires und ikonische Orte wie Wineglass Bay im Freycinet-Nationalpark. Dazu kleine Küstenorte wie Bicheno oder Swansea, in denen sich alles um Meer, Licht und langsame Tage dreht.
Der Osten ist der wärmste und trockenste Teil der Insel, mit vergleichsweise wenig Wind.
Beste Reisezeit ist von Dezember bis April, mit Temperaturen meist zwischen 20 und 26 Grad. Im Hochsommer kann es sehr beliebt werden, dafür sind Frühling und Herbst besonders angenehm: warm, ruhig und mit viel Licht.
Kurz gesagt: Der Osten ist perfekt für alle, die Tasmanien von seiner sonnigen, entspannten Seite erleben möchten – mit maximalem Urlaubsgefühl.
Westen
Der Westen ist ideal für Reisende, die Wildnis, Abenteuer und dramatische Natur lieben. Perfekt für Wanderer, Fotografen, Naturliebhaber und alle, die abgelegene Landschaften erkunden wollen. Hier geht es weniger um Städte oder Strandurlaub, sondern um Raue Schönheit und echte Entdeckungen.
Weniger geeignet ist der Westen für Reisende, die stabile Sonnentage, Komfort oder kurze Wege zu Sehenswürdigkeiten erwarten. Wer Massentourismus oder leichten Zugang zu Infrastruktur bevorzugt, wird hier oft enttäuscht.
Der Westen Tasmaniens ist unberührt, wild und extrem abwechslungsreich. Regenwälder, nebelverhangene Berge, tosende Flüsse und abgelegene Küsten prägen das Bild. Orte wie Strahan oder der Gordon River wirken wie Ausgangspunkte in eine andere Welt. Es gibt nur wenige Straßen, viel Natur und wenig Menschen – perfekte Bedingungen für echte Abenteuer und intensive Naturerlebnisse.
Der Westen ist der nasseste und windigste Teil Tasmaniens. Regen und Nebel sind häufig, Temperaturen meist kühl.
Beste Reisezeit ist von November bis März, wenn es etwas trockener ist und die Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad liegen. Wer flexibel ist, kann auch Frühling und Herbst nutzen, muss aber mit mehr Regen rechnen.
Kurz gesagt: Der Westen ist für alle, die Tasmanien in seiner wildesten Form erleben wollen – dramatisch, abgelegen und unvergesslich.
Bildergalerie
Besondere Orte
Reisetagebuch
Tasman Peninsula
Zwischen Geschichte, Küste und Camperchaos
Nach dem Aufstehen heißt es für uns direkt wieder: ab an den Airport, den neuen Campervan für die nächsten drei Wochen abholen. Wir bestellen ein Uber und sind in weniger als fünf Minuten da. Dieses Mal gibt es einen etwas größeren Camper mit Nasszelle, schließlich sind wir diesmal länger unterwegs. Ich freue mich auf jeden Fall auf das größere Bett. Je älter man wird, desto mehr Luxus möchte man am Ende im Camper haben. Hätte ich früher auch nicht von mir gedacht, denn eigentlich war ich immer ziemlich genügsam.
Gleichzeitig bin ich aber ehrlich schockiert, wie teuer Camperreisen mittlerweile geworden sind. Der Van hat zwar alles, was man braucht, aber wir zahlen pro Tag einfach viel zu viel. Preis-Leistung fühlt sich hier einfach nicht mehr stimmig an und wir überlegen ernsthaft, ob das vielleicht das letzte Mal war, dass wir mit dem Van durchs Land reisen.
Dann geht es endlich los — unsere erste Fahrt in Tassie. Vorher steuern wir aber noch eine Laundry an, denn Wäschewaschen ist Pflicht. Das gehört einfach zum Campingleben dazu, vor allem wenn man länger unterwegs ist.
Unser erstes Ziel ist die Tasman Peninsula, genauer gesagt Port Arthur. Der Ort ist schwer zu beschreiben: wunderschön gelegen, grün, ruhig — und gleichzeitig unglaublich bedruckend. Die ehemalige Sträflingskolonie strahlt etwas Düsteres aus, fast so, als würde die Geschichte noch immer in der Luft hängen. Der Eintritt kostet rund 45 AUD, was wir im ersten Moment schlucken, aber der Ort ist es wert. Leider sind wir etwas spät dran und haben nur noch eine Stunde Zeit, um das Gelände zu erkunden. Trotzdem reicht sie uns. Wir laufen zwischen den alten Ruinen, am Wasser entlang, lesen Fragmente der Geschichten und werfen ein Blick in die alten Zellen und Wohnhäuser.
Danach fahren wir weiter, vorbei an unzähligen Lookouts, an einer Schokoladenfabrik — aber wir können nicht überall anhalten. Die Zeit ist begrenzt, auch wenn man es gerne anders hätte. Unser nächster Stopp ist die Remarkable Cave, ganz im Süden. Ein paar Treppenstufen führen hinunter Richtung Meer. Die Wellen donnern gegen die Felsen, der Wind ist stark, alles fühlt sich roh und natürlich an.
Anschließend machen wir noch einen kurzen Abstecher zum White Beach. Ganz so weiß, wie der Name verspricht, ist er leider nicht. Wir drehen nur eine kleine Runde, laufen ein Stück am Strand entlang und fahren dann weiter Richtung Dunalley, wo wir heute auf einem Free Camp übernachten wollen.
Dort angekommen machen wir direkt den Außengrill am Camper an. Als wir Besteck aus der Schublade holen wollen, klemmt sie plötzlich. Warum auch immer. Wir probieren alles — ziehen, rütteln, schimpfen — nichts. Irgendwann schauen wir ins Seitenfach und sehen, dass die Wand zur Schublade halb offen ist. Nichts blockiert sie, der Verschluss geht einfach nicht mehr auf. Ziemlich ärgerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass der Camper viel zu viel gekostet hat.
Am Ende bekommen wir die Schublade doch noch auf. Mit einem kleinen Schweizer Taschenmesser, das mehrere Werkzeuge hat — ein Geschenk von meinem Papa aus der Zeit vor Neuseeland, „für Notfälle“. Und genau dafür ist es jetzt gut. Wir reparieren die Schublade provisorisch, es hält, und es gibt tatsächlich noch Abendessen.
Wir sitzen draußen, trinken ein neuseeländisches Bier, essen, schauen in die langsam dunkler werdende Landschaft und lassen den Abend ruhig ausklingen. Trotz allem. Trotz Ärger. Genau dafür sind wir hier.



Maria Island
Inselabenteuer Maria Island
Heute geht es auf Maria Island, eine wunderschöne, autofreie Insel vor der Ostküste Tasmaniens. Sie ist bekannt für ihre weißen Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, wilde Tiere und die majestätische Kulisse des Mount Maria, den wir heute allerdings nicht besteigen werden.
Für die Insel solltet ihr euch vorher Tickets besorgen, nicht erst am Tag selbst. Wir machen das einen Tag vorher und nehmen gleich noch Fahrräder und den Nationalpark-Pass dazu – insgesamt kostet uns der Tag etwa 140 € für 2 Personen.
Unsere Fähre geht um 11:30 Uhr. Wir kommen etwa eine halbe Stunde vorher im Ort an und merken schnell: fast alle Parkplätze sind voll. In einer hinteren Ecke finden wir schließlich doch noch einen Platz für den Camper.
Die Überfahrt zur Insel ist schon ein Erlebnis für sich – das Wasser glitzert türkis, die Strände strahlen weiß, die Sonne scheint, und die Landschaft zieht vorbei. Angekommen begrüßt uns die Insel mit diesem perfekten Licht, und wir fühlen uns sofort wie im Paradies.
Vom Anleger geht es etwa 700 Meter zum Fahrradverleih, wo wir unsere vorher reservierten Bikes abholen. Am selben Tag wären keine Fahrräder mehr zu bekommen gewesen – also plant unbedingt vorher, ob ihr fahren oder lieber wandern wollt.
Wir starten unsere 11 km Fahrt zur French Farm. Die Farm selbst ist kein besonderer Spot, aber der Weg dorthin ist unglaublich schön: die Aussicht, die Küste, die Ruhe – alles, was wir bis dahin sehen, fühlt sich wie das eigentliche Ziel an.
Zurück beschließen wir, uns einen schattigen Platz am Strand zu suchen. Gesagt, getan: wir werden auf einer Bank oberhalb der Painted Cliffs fündig, schauen aufs Wasser, reden und genießen den Ausblick.
Später geben wir die Fahrräder nach insgesamt 22 km Strecke zurück und wandern noch zu den Fossil Cliffs, bevor wir gegen 17:30 Uhr zurück zum Festland fahren.
Nach all den Aktivitäten sind wir komplett erledigt. Das Einzige, worauf wir uns jetzt freuen, ist eine richtige Dusche. Im Ort finden wir auch Duschen, aber haben natürlich kein Kleingeld dabei. Also nochmal los, Geld abheben – das kostet uns ganze 10 Dollar Gebühr.
Zurück bei den Duschen hat sich plötzlich eine kleine Schlange gebildet, sechs Leute warten vor uns. Zum Glück geht es schnell, nach uns kommt keiner mehr – wir können uns also etwas Zeit lassen. Frisch geduscht geht es etwa 1 km weiter zum Free Camp, wo wir den Abend ruhig ausklingen lassen.



Freycinet
Weite und kaltes Wasser
Heute starten wir entspannt in den Tag. Wir stehen spät auf, machen uns ganz gemütlich Frühstück, und ich nehme mir seit Langem mal wieder Zeit für etwas Sport und Dehnübungen. Es fühlt sich gut an, den Körper zu bewegen, bevor es weitergeht.
Dann fahren wir Richtung Norden. Unser heutiges Ziel ist der Freycinet National Park und die Wanderung auf den Mount Amos. Da das Wetter erst am Nachmittag besser werden soll, lassen wir es langsam angehen. Wir verbringen den Mittag mit Rumfahren, halten immer wieder spontan an – dort, wo es uns gerade interessiert. Wir stoppen an Stränden, schauen bei Wineries vorbei und fahren an kleinen kulturellen Orten entlang. Kein Zeitdruck, einfach treiben lassen.
In Coles Bay machen wir einen längeren Halt. Der Strand sieht wunderschön aus, das Wasser glitzert, und wir haben Glück: Direkt in der ersten Reihe ist noch ein Stellplatz frei. Wir machen uns einen Kaffee, ziehen uns um und gehen ins Wasser. Es ist einer dieser Momente, in denen alles einfach passt.
Gegen 16 Uhr fahren wir weiter in den Nationalpark. Der Eintritt kostet uns 50 Dollar pro Tag. Wir holen uns das Ticket in der Touristeninformation, nehmen ein paar Postkarten mit und ich kaufe mir noch ein T-Shirt. Danach geht es weiter zum Parkplatz. Vor uns liegt eine schwere Wanderung – nichts, was man unterschätzen sollte. Aber wir sind motiviert.
Mehr zu der Wanderung zum Mount Amos könnt ihr unten über den Button lesen.
Oben angekommen haut uns der Blick komplett um. Die Weite, der Nationalpark unter uns, das Licht – ich kann kaum glauben, dass ich diese Aussicht gerade mit meinen eigenen Augen sehen darf. Oben gibt es erstmal Brote und ein paar Riegel. Wir sitzen da, schauen, schweigen, genießen. Dann machen wir uns langsam wieder auf den Weg nach unten.
Am Abend haben wir kein festes Ziel. Wir fahren erstmal herum und suchen eine Dusche. Schließlich finden wir eine kalte. Sie kostet Überwindung, aber stellt sich dann doch als totale Erfrischung heraus. Danach finden wir ein Free Camp an einer Lagune. Die Sonne geht langsam unter, das Licht spiegelt sich im Wasser, alles wird ruhig. Ein perfekter Abschluss für diesen Tag.



Bay of Fires
Begegnungen und Traumstrände
Unser Weg führt uns heute nach Bicheno. Hier müssen wir nochmal einkaufen, Vorräte auffüllen, ein bisschen Alltag zwischen all den besonderen Orten.
Danach fahren wir weiter zum Redbill Beach. Ich gehe schnorcheln, treibe im klaren Wasser und schaue einfach, was sich unter der Oberfläche zeigt. Die Zeit vergeht schnell, alles fühlt sich leicht an.
Gegen Mittag gehen wir zum Lobster Shack essen. Dort lernen wir zwei Australier kennen, kommen ins Gespräch und bekommen ein paar Tipps für unseren weiteren Weg. Genau solche Begegnungen machen das Reisen besonders!
Anschließend fahren wir weiter Richtung Norden zur Bay of Fires. Hier gibt es viele kostenfreie Stellplätze, und wir haben Glück und schnappen uns einen davon. Das Wetter ist perfekt für einen Strandtag: 30 Grad, Sonne, kaum Wind. Das Meer leuchtet, der Strand ist überwältigend schön – einer der schönsten, die ich je gesehen habe. In solchen Momenten merke ich wieder, wie viel Australien zu bieten hat.
Wir sitzen im Sand, beobachten die Wellen und die Menschen, die sich mutig in sie stürzen, und genießen ein paar Bier. Am Abend essen wir in aller Ruhe, schauen uns die Landschaft um uns herum an und lassen diesen perfekten Ort auf uns wirken.



Pyengana
Ruhe, Regenwald und der Weg ins Landesinnere
Heute stehe ich etwas früher auf und gehe direkt zum Strand. Es ist noch ganz ruhig, die Sonne ist gerade erst aufgegangen. Ich genieße die Zeit für mich allein, die Stille, das Licht, den Moment. Ich mache ein paar Calisthenics-Übungen, dehne mich und übe meinen Handstand.
Gegen Mittag geht es dann weiter. Endlich fahren wir ins Landesinnere. Unser erster Stopp sind die Pyengana Falls.
Die Wanderung ist kurz und entspannt: etwa 1,5 km hin und zurück, kaum Höhenmeter (ca. 40–50 m) und man braucht im Schnitt 20–30 Minuten. Der Wasserfall liegt idyllisch im Grünen, das Wasser rauscht, es fühlt sich kühl und frisch an.
Nur ein paar Kilometer weiter stoppen wir bei den St. Columba Falls. Auch hier ist der Weg überschaubar: ungefähr 1,2 km Return, rund 30–45 Minuten Gehzeit, ebenfalls wenig Höhenmeter. Der Wasserfall ist höher und kraftvoller, fällt tief in die Schlucht und wirkt richtig mystisch.
Am Nachmittag, auf dem Weg zum nächsten Free Camp, entdecken wir ganz spontan noch einen kleinen Rundweg am Straßenrand: den Weldborough Pass Rainforest Walk. Der Weg ist etwa 1 km lang, dauert ungefähr 15–20 Minuten und führt durch dichten Regenwald mit Farnen, Moos und riesigen Bäumen. Absolut empfehlenswert – kurz, intensiv und wunderschön.
Schlafen werden wir heute ganz abgelegen, in der Nähe von Blumont, damit wir es morgen früh nicht weit zu den Lavendelfeldern haben. Die Gegend ist ruhig, fast einsam. Genau der richtige Ort, um den Tag ausklingen zu lassen und Kraft für morgen zu sammeln.



Launceston
Lavendel, Regenwald und Offline-Zeit
Nach dem Frühstück machen wir uns auf zur Bridestowe Estate Lavender Farm, die nur etwa fünf Minuten Fahrtzeit entfernt liegt. Der Eintritt kostet 20 Dollar pro Person. Dafür kann man sogar an einer Führung teilnehmen, ohne Aufpreis – was wir natürlich machen. Umso überraschter sind wir, dass das Lavendelfeld zwar voll mit Menschen ist, zur Tour aber nur vier weitere Personen dazukommen.
Ich finde das ehrlich gesagt extrem schade. Die Führung ist unglaublich interessant und informativ. Manchmal vergisst man durch diese ganze Social-Media-Posterei total, wo man gerade ist und wie viel Arbeit hinter solchen Orten steckt.
Nach etwa 30 Minuten Führung durch die Felder und die Destille geht es für uns in den Souvenirshop und ins Café. Dort gibt es Lavendeleis – das muss ich natürlich probieren. Danach machen wir noch ein Tee-Tasting im Shop. Da wir gerne Tee trinken und ich bei der Führung nicht mehr von der Apfel-Minze im Garten vor der Destille loskam, nehmen wir genau diesen Tee für zuhause mit.
Gegen Mittag fahren wir weiter nach Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens, bekannt für ihre koloniale Architektur und die Nähe zur Natur, vor allem zur Cataract Gorge. Allerdings sind wir nur zum Einkaufen hier: zuerst gehts in den K-Mart, dann in den Coles und anschließend ins Liquorland. In Australien ist es so, dass man Alkohol nur in separaten Geschäften bekommt, nicht im normalen Supermarkt.
Eigentlich wollen wir danach noch in einen Rosengarten ein paar Orte weiter, aber als wir ankommen, ist dieser leider schon geschlossen. Also geht es weiter zum heutigen Free Camp, am Anfang der Cradle Mountains. Es beginnt zu regnen – das erste Mal also ein verregneter Tag in unserem Urlaub. Uns stört das aber überhaupt nicht.
Wir gehen direkt vom Camp aus eine Wanderung los, etwa 3 km durch den Regenwald, bei Regen. Ich kann das wirklich nur empfehlen, denn das Grün der Pflanzen wirkt noch satter und intensiver, wenn alles nass ist. Wir laufen an einem Fluss entlang, begegnen einem Wallaby, und kurz darauf leider auch wieder einem Blutegel. Meine Panik ist sofort wieder da, Flashback von Sri Lanka…
Wir laufen zurück zum Campingplatz. Nico springt nochmal in den Fluss neben unserem Stellplatz – derselbe, den wir zuvor auf der Wanderung begleitet haben. Danach gehen wir im Camper heiß duschen. Genau in solchen Momenten lohnt sich dann doch der teurere Camper.
Zum Abendessen gibt es wieder Gegrilltes von unserem heutigen Einkauf. Und da wir hier kein Netz haben, gibt es für uns ganz automatisch eine Pause von Social Media. Zeit nur für uns. Und irgendwie fühlt sich das genau richtig an.



Cooee
Wildlife, Schokolade und leise Momente
Der nächste Tag startet mit einem Besuch im Trowunna Wildlife Sanctuary. Es ist ein privat geführtes Schutzgebiet nahe Mole Creek, das sich auf heimische tasmanische Tierarten spezialisiert hat. Der Fokus liegt hier nicht auf Unterhaltung, sondern auf Rettung, Pflege und Wiederauswilderung verletzter Tiere. Bei Arten, die vom Aussterben bedroht sind, geht es zusätzlich darum, den Bestand langfristig zu sichern.
Gleich zu Beginn sehen wir einen unglaublich süßen Wombat, kurz darauf auch die neugierigen tasmanischen Teufel. In freier Wildbahn bekommt man sie eher selten zu Gesicht, umso besonderer ist dieser Moment.
Wir fahren weiter Richtung Norden und kommen an einer Schokoladenfabrik vorbei. Natürlich halten wir an und nehmen uns ein kleines Andenken mit. Tasmanien ist bekannt für hochwertige Schokolade, und es fühlt sich fast schon falsch an, hier einfach vorbeizufahren.
Gegen Abend erreichen wir Cooee, einen kleinen Küstenort nahe Burnie. Cooee ist ruhig, lokal geprägt und bekannt für seine Nähe zur Natur und zur Küste. Auch heute stehen wir wieder auf einem Free Camp. Beim Abendspaziergang erleben wir etwas ganz Besonderes: Zwergpinguine, die aus dem Meer zurückkommen und in ihre Nester watscheln.
Man sieht nicht viel, es ist bereits dunkel, aber genau das macht den Moment so besonders. Still, respektvoll, magisch. Wichtig dabei: Abstand halten, kein Licht anschalten oder die Tiere anleuchten. Wir wollen alle nur, dass sie ungestört ihren Weg nach Hause finden.
In der Nacht ist der Himmel klar. Keine Lichter, kein Netz, nur Sterne. Ich hole die Kamera raus und mache ein paar Aufnahmen vom Nachthimmel. Ein perfekter Abschluss für diesen Tag.



Stanley
Zwischen Dankbarkeit und Heimweh
Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein darf. Und trotzdem setzt langsam das Heimweh ein. Ich vermisse mein schönes Zuhause und die Menschen um mich herum. Heute wird mir ganz deutlich, warum ich nicht ewig herumreisen könnte. Ich brauche einen Ort, an dem ich mich erden kann, etwas Verlässliches. Dieses Gefühl trifft mich unerwartet, aber es ist ehrlich.
Ich merke auch: Ich habe erstmal genug von Stränden. Ich freue mich auf die Berge, die jetzt anstehen, auf andere Farben, andere Stimmungen. Trotzdem fahren wir noch weiter in den Norden, nach Stanley. Wir klappern ein paar Stops und Aussichtspunkte ab, genießen die Views rund um „The Nut“, bevor es wieder zurück Richtung Burnie geht.
Burnie fühlt sich für mich irgendwie komisch an. Ich kann es nicht genau erklären, aber ich fühle mich dort so gar nicht wohl. Zum Glück sind wir nur für die letzten Einkäufe hier, bevor es in die Cradle Mountains geht.
Dann beginnt die etwa einstündige Fahrt ins Landesinnere. Hügelige, sattgrüne Landschaften ziehen vorbei, im Hintergrund tauchen langsam die hohen Berge auf. Es ist eine traumhafte Strecke, ruhig und weit, und genau das, was ich gerade brauche.
Wir stoppen in Tullah und übernachten hier. Die Camps sind rar und viele schon lange im Voraus ausgebucht.



Cradle Mountain
Cradle Mountain Summit
Gegen 6 Uhr klingelt der Wecker. Heute steht eine größere Tour an: der Cradle Mountain Summit, einmal bis ganz nach oben. Im Nationalpark selbst darf man nur mit dem Shuttlebus fahren, deshalb geht es mit dem Camper zuerst zum Visitor Center. Hier holen wir uns den Parkpass und die Tickets für den Shuttlebus.
Der Bus bringt uns bis zur Haltestelle Dove Lake. Ab hier startet unser Track. Genaueres zur Route findet ihr über den Button unten.
Insgesamt brauchen wir etwa sechs Stunden für den Rundweg. Den größten Teil der Zeit kostet der Summit. Er ist wirklich hart. Es geht über große Felsblöcke, Trittsicherheit und volle Konzentration sind ständig gefragt. Jeder Schritt will bewusst gesetzt werden, nichts geht nebenbei.
Auch der Rückweg zieht sich mehr als gedacht. Immer wieder denkt man, man hat es fast geschafft, und dann geht es doch nochmal runter – und wieder hoch. Mental fast genauso anstrengend wie körperlich.
Als wir schließlich wieder an der Haltestelle ankommen, steht direkt ein Bus bereit, der uns zurück zum Parkplatz bringt. Wir sind komplett fertig.
Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wo schlafen wir heute? Es soll wieder ein Free Camp sein. Da wir im Camper duschen können, sind wir flexibel. Wir fahren zu einem Platz etwa 20 Minuten vom Nationalpark entfernt, wunderschön an einem See gelegen. Wir bekommen tatsächlich den letzten freien Stellplatz und sind einfach nur dankbar.
Wir lernen unsere Campnachbarn kennen, sitzen draußen und genießen den Blick auf den See und die umliegenden Wälder. Später am Abend kommen noch drei weitere Campervans an. Zuerst fahren sie wieder, kommen dann aber zurück und fragen, ob sie sich dazwischen stellen dürfen. Wir parken unseren Camper nochmal um. Jetzt haben wir etwas weniger Platz, aber das stört uns nicht. Genau das macht diese Art von Reisen aus.



Strahan
Alltag und die raue Westküste
Gegen 9 Uhr fahren wir weiter. Heute heißt es erstmal Alltag leben. Einkaufen, Wäsche waschen, Abwasser entleeren, Frischwasser auffüllen. All das erledigen wir in Queenstown.
Während die Waschmaschinen laufen, laden wir unsere Laptops und Powerbanks in der Laundry. Alles wieder frisch, sauber und organisiert.
Danach geht es weiter Richtung Westküste Tasmaniens. Diese Region ist bekannt für ihre raue, wilde Landschaft, viel Regen, dichte Regenwälder und eine mystische Stimmung. Weniger touristisch, weniger Menschen, dafür umso ursprünglicher.
Unser Ziel ist Strahan. In der Nähe übernachten wir wieder auf einem Free Camp, abseits der Stadt, mit direktem Zugang zum Meer. Am Abend gehen wir noch einmal raus, es ist ruhig, der Himmel klar. Wir schauen in die Sterne, und man kann sogar die Milchstraße erkennen. Einer der schönsten Plätze auf unserer Reise.



Russel Falls
Zurück ins Grün
Entspannt geht es in den nächsten Tag. Wir lassen uns treiben und fahren heute ziemlich viel. Es geht wieder ins Landesinnere, über Berge und durch Täler, Richtung Mount Field National Park. Die Strecke ist wunderschön, viel Grün, wenig Verkehr, genau das Richtige nach den intensiven Tagen zuvor.
Im Park machen wir eine kurze Wanderung zu den Russell Falls. Der Weg ist gut ausgebaut, etwa 1,4 km hin und zurück, nahezu ohne Höhenmeter und in ungefähr 20–30 Minuten machbar. Der Wasserfall stürzt breit und kraftvoll über mehrere Stufen in die Tiefe, umgeben von Farnen und hohem Wald. Heute sind wir bewusst faul und verzichten auf eine größere Wanderung.
Am Nachmittag suchen wir uns ein Free Camp hinter einer Taverne. Hier treffen wir auf andere Camper, kommen ins Gespräch, reden über Tasmanien, tauschen Tipps aus und geben selbst welche weiter. Bei einem Glas Wein lassen wir den Tag ruhig ausklingen und gehen relativ früh ins Bett.



MONA Museum
Regen, Kunst und ein toter Tag
Heute ist das erste Mal für den gesamten Tag Regen angesagt. Also versuchen wir, den Tag möglichst drinnen zu verbringen. Es geht ins MONA – Museum of Old and New Art bei Hobart.
Das Museum ist eines der ungewöhnlichsten, die ich je besucht habe. Es wurde direkt in den Felsen am Derwent River hineingebaut. Von außen wirkt das Gebäude fast unscheinbar, aber innen geht es Stockwerk für Stockwerk tief in den Untergrund. Beton, dunkle Gänge, offene Räume, Licht und Schatten – allein die Architektur fühlt sich wie Kunst an. Der Bau war technisch extrem aufwendig, da große Teile aus dem massiven Sandstein herausgeschnitten wurden. Man bewegt sich wie durch eine Höhle, ohne klassische Museumsführung, ohne feste Richtung.
Den ganzen Vormittag erkunden wir das Museum und haben ständig das Gefühl, etwas zu verpassen. Über eine App navigiert man sich durch das Museum, bekommt Karten, Infos und Hintergrundwissen zu den Ausstellungen direkt aufs Handy. Ich finde das total innovativ und angenehm, weil man alles im eigenen Tempo machen kann.
Gegen Mittag sind wir durch. Das Museum wird immer voller, wahnsinnig, wie viele Menschen an diesem Tag hier sind. Gegen Ende ist es für mich nur noch anstrengend, mich durch die Menschenmassen zu bewegen.
Wir gehen noch etwas Mittag essen und beschließen dann, wegen des schlechten Wetters schon zu einem Campingplatz zu fahren. Wir stehen etwas südlich von Hobart, direkt am Meer, mit Blick auf Bruny Island, wo es morgen früh hingehen soll.
Heute fühlt sich wie ein toter Tag an. Aber das gehört dazu, wenn man länger unterwegs ist. Nicht jeder Tag muss besonders sein. Manche dürfen einfach nur vergehen.



Bruny Island
Sonne über „The Neck“
Heute geht es morgens schon auf die Insel Bruny Island. Die Insel liegt südlich von Hobart und ist bekannt für ihre wilde Natur, einsame Strände, steile Küsten, gutes Essen und eine fast schon raue Ursprünglichkeit. Sie besteht aus einem nördlichen und einem südlichen Teil, verbunden durch eine schmale Landzunge namens The Neck.
Wir nehmen die Fähre von Kettering nach Bruny Island North. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Fähren fahren im 10-Minuten-Takt in beide Richtungen, deshalb braucht man kein Ticket im Voraus. Man fährt einfach entspannt zum Anleger, ordnet sich in die vorgesehenen Reihen ein und nimmt die nächste Fähre. Wir haben Glück und kommen direkt mit, ohne Wartezeit.
Auf der Insel angekommen geht es zunächst zum nördlichsten Punkt. Dorthin gelangt man nur über eine Gravel Road. Generell gibt es auf Bruny Island nur eine asphaltierte Hauptstraße, die von der Fähre bis zur Adventure Bay führt. Alles andere sind meist Schotterstraßen. Die Insel wirkt wie gemacht für ein 4×4, weniger für empfindliche Camper.
Das Wetter ist – wie so oft in Tasmanien – unvorhersehbar. Heute ist es zunächst bewölkt, was schade ist, weil die Farben der Landschaft dann weniger leuchten. Als wir jedoch wieder zurückfahren und weiter Richtung Süden kommen, auf den südlichen Teil der Insel zu The Neck, zieht plötzlich die Sonne auf. Alles wirkt sofort wärmer, lebendiger.
Auf Bruny Island gibt es leider keine Free Camps, deshalb zahlen wir heute 10 Dollar für unseren Stellplatz. Wir kommen schon vor 12 Uhr an und haben freie Platzwahl.
Gegen Nachmittag laufen wir vom Campingplatz aus noch die etwa 3 km zur The Neck Lookout Plattform – und später wieder zurück. Von oben blickt man auf die schmale Landzunge, die den Norden und Süden der Insel verbindet. Links und rechts das Meer, lange Strände, Dünen, Wellen. Bei gutem Licht leuchtet das Wasser in verschiedenen Blautönen, und mit etwas Glück kann man hier unten sogar Pinguine oder Robben sehen. Der Blick ist weit, ruhig und beeindruckend. Erschöpft, aber zufrieden laufen wir zurück.



Bruny Island
Natur, Huntsman und Bruny zum Abschied
Die Nacht war ruhig, und wir starten wieder entspannt in den Tag. Am Vormittag besuchen wir den Inala Botanic Garden. Ehrlich gesagt habe ich vorher keine wirkliche Vorstellung davon, was uns erwartet – und bin nach dem Besuch total begeistert. Der Eintritt kostet 10 AUD pro Person, und dafür bekommt man unglaublich viel.
Der Garten ist auf einheimische Pflanzen Tasmaniens spezialisiert und gleichzeitig Lebensraum für viele Tiere. Wir sehen unzählige Vögel, Wallabys laufen einfach durchs Gelände, und sogar eine Red-bellied Black Snake kreuzt unseren Weg. Alles wirkt naturbelassen, ruhig und mit viel Respekt angelegt. Absolute Empfehlung und für mich ein Must-See, wenn man auf Bruny Island ist und Natur liebt.
Danach erkunden wir noch die südliche Region der Insel. Eigentlich wollen wir zum Lighthouse fahren, merken aber schnell, dass es extrem weit ist und nur über lange Gravel Roads erreichbar wäre. Wir entscheiden uns dagegen und fahren stattdessen zum Cloudy Beach. Hier ist ein echter Surfer-Spot, ein paar sind bereits im Wasser.
Ich laufe schon mal vor und mache Fotos vom Strand. Als Nico auf sich warten lässt, gehe ich zurück – und stoße auf das Problem: Eine Huntsman-Spinne hat es sich in unserem Camper gemütlich gemacht. Nach kurzer Überwindung schaffen wir es, sie vom Autoreifen zu entfernen. Nicht mein Lieblingsmoment, aber irgendwie auch spannend.
Wir laufen den Track einmal hoch und wieder runter, gehen noch am Strand entlang und fahren anschließend weiter zur Adventure Bay. Hier gehen wir essen, es gibt ein richtig gutes Lokal mit leckerem Curry: Mari Bruny. Danach laufen wir noch kurz über den Strand, bevor es wieder zurückgeht – einmal die komplette Straße entlang.
Auf dem Rückweg halten wir gefühlt an jedem Wegweiser: bei einem Chocolatier, kaufen nochmal Schokolade, stoppen an einem Honigladen, bei einem Austernstand. Hier esse ich übrigens meine erste Auster – nur weil sie direkt gegenüber gefangen wird. Mit Zitrone und Tabasco ist der Geschmack okay, aber es bleibt definitiv bei dieser einen. Muss ich nicht nochmal haben.
Zum Schluss halten wir noch an einer Whisky-Distillery. Whisky, Austern, Schokolade und Käse – genau dafür ist Bruny bekannt.
Dann geht es zurück zur Fähre und aufs Festland. Wir fahren direkt zu einem Free Camp hinter einem Pub. Dort trinken wir ein Bier, snacken eine Kleinigkeit und gehen schlafen.
In der Nacht bellt ein Hund fast zwei Stunden am Stück durchgehend. Keine Ahnung, was da los war. Danach wird es zum Glück still.
Ein langer, voller Tag – und ein schöner Abschluss für Bruny Island.



Opossum Bay
Camperwechsel, Küstenstraßen und dramatischem Meer
Etwas müde starten wir am nächsten Tag etwas später – wir konnten einfach nicht gut schlafen.
Es gibt einen guten Grund, warum wir so nah am Flughafen sein wollten: Wir müssen zurück zum Verleih und unseren Camper wechseln. Schon zum zweiten Mal passiert uns das, diesmal allerdings wegen defekter Bremsen – also definitiv nicht unser Verschulden.
Wir bekommen einen anderen Camper zur Verfügung, müssen alles umpacken, haben dafür aber einen komplett sauberen und frischen Van, was uns sehr entgegenkommt. Ein kleiner Neustart.
Frisch geht es weiter und wir erkunden heute die Spitze südöstlich von Hobart: Lauderdale, Cremorne, Sandford bis hinunter nach Opossum Bay – eine wirklich wunderschöne Gegend. In Opossum Bay fühlen wir uns besonders wohl. So langsam sehen zwar viele Strände gleich schön aus, doch hier sorgen die direkt am Wasser gebauten Häuser für Abwechslung. Man merkt, dass man sich mit der Zeit selbst an das Schönste ein wenig „sattsehen“ kann – so verrückt das klingt.
Gegen Abend fahren wir noch weiter Richtung Eaglehawk Neck. Wir schauen uns den Strand und den Ausblick an, fahren zum Blowhole und zu den Cliffs. Die Stimmung ist dramatisch: Das Meer schlägt wild gegen die Felsen, während sich im Hintergrund dicke, graue Wolken auftürmen.
Zum Abschluss fahren wir zurück zu unserem Free Camp vom ersten Tag unserer Reise – ein schöner, fast schon symbolischer Kreis schließt sich.



Richmond
Wenn selbst das Paradies müde macht
Unsere Reise mit dem Camper ist fast vorbei – und ehrlich gesagt bin ich darüber richtig froh. So langsam geht mir die Lust aus. Ich sehne mich nach einem richtigen Bett, einer Dusche, nach meinem Luxus von zuhause. Uns wird einmal mehr klar: Unsere Reise war wieder zu lang. Die Ideen gehen aus. Was könnten wir uns noch ansehen?
Strände haben wir genug gesehen, Wanderungen sind uns heute einfach zu anstrengend.
Also fahren wir nach Richmond, einen kleinen, historischen Ort unweit von Hobart. Richmond gilt als einer der ältesten Orte Tasmaniens und ist vor allem bekannt für seine Sandsteinbauten aus der Kolonialzeit, die älteste noch genutzte Steinbrücke Australiens (Richmond Bridge, 1825) sowie für seine Vergangenheit als Sträflingsstation. Typisch Australien eben: Geschichte bedeutet hier fast immer Gefängnisse.
Wir erkunden den Ort, laufen ein wenig durch die Straßen, aber schnell wird klar: Viel mehr gibt es hier nicht zu sehen. Generell hat Australien – abseits von Natur – kulturell einfach wenig zu bieten. Das ist keine Kritik, sondern eine nüchterne Feststellung.
Und so stehen wir ein wenig ratlos da und wissen nicht so recht, wohin mit uns.
Schließlich entscheiden wir uns bewusst für einen Campingplatz mit Strom. Ich kann weiter an meinem Tagebuch schreiben, wir genießen die Sonne, trinken Wein, unterhalten uns mit netten Nachbarn – und lassen den Tag einfach treiben.
Kein großes Highlight, kein Programmpunkt.



Hobart
Trubel, Ausblicke und Botanischer Garten
Der letzte Tag in Tasmanien bricht an. Heute soll es nach Hobart gehen, doch der Morgen startet direkt mit einem Schreckmoment: Ein lautes Piepsen weckt uns, und unser Camper springt einfach nicht mehr an. Wir vermuten, dass die Batterie komplett leer ist – und ehrlich gesagt können wir uns nicht erklären, wie das passieren konnte.
Also rufen wir wieder den Verleih an. Man teilt uns mit, dass wir uns etwas gedulden müssen, bis jemand zu unserem Campingplatz kommt, um Starthilfe zu geben. Kurz vor Mittag taucht unser Helfer auf, und endlich können wir weiterfahren.
Unser erster Halt ist der Mount Wellington, direkt über Hobart. Der Berg bietet eine grandiose Aussicht über die Stadt, die umliegenden Berge und die Küste. Einige hatten uns erzählt, dass der Gipfel bald für Besucher vielleicht nicht mehr befahrbar sein soll, weil es oft sehr voll wird und Staus entstehen. Ob das stimmt oder nicht – wir merken es sofort: Oben angekommen ist kein Parkplatz mehr frei. Wir steigen nur kurz aus, genießen den weiten Blick über Hobart und fahren direkt wieder runter. Es ist einfach zu viel Trubel an diesem sonnigen Tag, jeder möchte hier die Aussicht genießen.
In der Stadt angekommen schlendern wir durch die Straßen, genießen Seafood am Hafen und landen schließlich im Battery Point. Diese Gegend ist einfach wunderschön – enge Straßen, historische Häuser, gemütliche Cafés. Definitiv ein Ort, den man in Hobart gesehen haben sollte.
Zum Abschluss besuchen wir noch den Botanischen Garten. Wir sind beeindruckt: Die Anlage ist weitläufig, gepflegt, und die Pflanzenvielfalt ist beeindruckend. Ein ruhiger, grüner Kontrast nach dem Trubel am Berg und in der Stadt.
Nach diesem anstrengenden Städtetag fahren wir wieder Richtung Sorell und übernachten auf einem Campingplatz für 12 AUD. Ein letzter ruhiger Abend, bevor unsere Reise durch Tasmanien offiziell endet.



Sorell
Aurora über Tassie
Gestern Abend hieß es noch, dass Südlichter über Tasmanien zu sehen sein sollen. Wir standen in Sorell, nicht weit von Hobart, und ich hatte mir eigentlich keine großen Chancen ausgemalt. Wir gingen früh schlafen – und gegen 2 Uhr nachts werde ich plötzlich wach. Ich schaue aus dem Fenster und kann meinen Augen kaum trauen: da sind sie – die Aurora Lichter.
Ich wecke voller Vorfreude meinen Freund und springe aus dem Camper. Eine Stunde lang stehe ich draußen, beobachte die tanzenden Lichter in allen möglichen Farben, die sich über unserem Camper bewegen. Das erste Mal Aurora in meinem Leben – ich bin einfach überwältigt. Gegen 3 Uhr ist die Show vorbei, die Lichter verschwinden fast vollständig. Glücklich und voller Dankbarkeit lege ich mich wieder schlafen.
Das war wirklich der schönste Abschied von einer Insel, die uns so viele Erinnerungen geschenkt hat.
Am Morgen geht es müde, aber zufrieden zum Camper-Verleih, dann zu Fuß weiter zum Flughafen, warten bis zum Check-in. Danach geht es zurück nach Melbourne, wo wir noch 2 Tage bleiben, um uns endgültig von Australien zu verabschieden.
Was für eine wahnsinnige Reise, voller neuer Eindrücke, atemberaubender Landschaften und unvergesslicher Momente. Die Welt ist wirklich unglaublich schön – und Tasmanien ein magischer Teil davon.



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Highlights
Cradle Mountain Summit: Schwer, schweißtreibend, atemberaubend – die Aussicht von oben auf die Berge, Seen und Wälder war jede Anstrengung wert.
Maria Island: Türkisblaues Wasser, weiße Strände, Fahrradfahren entlang der Küste, Fossil Cliffs – Natur pur und unvergesslich.
Bay of Fires & Redbill Beach: Traumstrände mit glasklarem Wasser, roten Felsen und absoluter Ruhe – perfekte Strandtage.
MONA in Hobart: Innovatives, aufregendes Museum, das Kunst und Architektur auf einzigartige Weise verbindet – ein Tag voller Inspiration.
Südlichter in Sorell: Die tanzenden Lichter am Nachthimmel waren der emotionale Höhepunkt und ein magischer Abschied von Tasmanien.
Herausforderungen
Lange Fahrten & Van-Wechsel: Mehrfach Camper tauschen, Pannen wie leere Batterien, unvorhersehbares Wetter – alles verlangte Flexibilität.
Camping-Alltag: Free Camps manchmal überfüllt, kein Netz, Wetterumschwünge – Geduld, Improvisation und Organisation waren nötig.
Wanderungen: Manche Trails waren körperlich anspruchsvoll, Trittsicherheit und Ausdauer gefordert (z. B. Cradle Mountain Summit, Mount Amos).
Was wir gelernt haben
Flexibilität ist alles: Pläne ändern sich ständig, improvisieren macht das Abenteuer aus.
Natur respektieren: Tiere, Pflanzen, Free Camps – rücksichtsvoll sein lohnt sich für alle Beteiligten.
Genuss liegt in den kleinen Momenten: Ein Getränk am Strand, Sonnenaufgang, tanzende Südlichter – genau diese Augenblicke bleiben unvergesslich.
Reisen heißt Prioritäten setzen: Wir haben gemerkt, dass wir irgendwann genug von Stränden, langen Fahrten und Trubel haben – manchmal tut ein ruhiger, entschleunigter Tag mehr als die schönste Aussicht.



























