Komfort beim Flug – Lohnt sich Premium Economy?

Zum ersten Mal bin ich Premium Economy mit Emirates nach Australien geflogen – bei 7 Stunden für den ersten Flug und weiteren 14 Stunden auf der Langstrecke. Natürlich haben wir vorher überlegt, ob sich das wirklich lohnt. Immerhin kostet das Upgrade einige hundert Euro mehr. Am Ende wollten wir es einfach ausprobieren – und bei dieser Flugzeit hat es sich ehrlich gesagt auch angeboten.

Für Kurzstrecken würde ich persönlich immer ganz normal Economy buchen. Für zwei oder drei Stunden Flugzeit bekommt man für den Aufpreis einfach zu wenig Mehrwert. Auf der Langstrecke hingegen kann sich Premium Economy definitiv lohnen.

Schnelleres Boarding – entspannter Start

Langstreckenflüge werden mit großen Maschinen geflogen. In unserem Fall waren es eine Boeing 777 und ein Airbus A380 – das größte Passagierflugzeug der Welt. In einen A380 passen – je nach Konfiguration – über 500 bis sogar mehr als 800 Passagiere. Zum Vergleich: Ein Airbus A330 fasst etwa 250 bis 300 Personen. Das bedeutet: Hunderte Menschen boarden nahezu gleichzeitig – und das kann sehr anstrengend sein, wenn man in endlosen Schlangen steht.

Nach First Class und Business (plus diverse Statuskunden) wird entweder direkt Premium Economy oder – wie bei unserem ersten Flug – sogar gemeinsam mit der Business Class geboardet. Da es nur wenige Sitzplätze in der Premium Economy gibt, geht das Einsteigen angenehm schnell. Kein Gedrängel, kein Stress um die Gepäckfächer über dem Sitz. Während in der Economy noch Chaos herrscht, sitzt du bereits entspannt auf deinem Platz, kannst dich umziehen, frisch machen, Schlafmaske und Ohrstöpsel bereitlegen – und bekommst oft sogar schon ein Getränk angeboten.

Ein deutlich angenehmerer Start für einen sehr langen Flug.

Service – ein kleines Upgrade mit spürbarem Unterschied

Ein großer Pluspunkt ist der Service. Du hast deinen eigenen Bereich und wirst dadurch schneller bedient. Es gibt eine Menükarte, auf der du sehen kannst, welche Mahlzeiten serviert werden und zwischen Optionen wählen kannst.

Das Essen wird auf Porzellan serviert, mit echtem Besteck und richtigen Gläsern – keine Aluschalen, keine Plastikbecher. Das fühlt sich einfach hochwertiger an und macht das Ganze weniger „Massenabfertigung“.

Auch der Tisch ist anders gelöst: Er kommt aus der Armlehne und hängt nicht am Vordersitz. Das macht das Essen angenehmer – und vor allem das Arbeiten mit dem Laptop deutlich komfortabler.

Der Sitz – für mich der wichtigste Punkt

Der Sitzplatz ist der eigentliche Gamechanger. Mehr Beinfreiheit, mehr Platz, mehr Abstand zum Nachbarn. Statt drei Sitzen am Fenster gibt es nur 2, in der Mitte 4 statt der üblichen engen Konfiguration. Das macht einen riesigen Unterschied – gerade bei 14 Stunden Flugzeit. Zudem sitzt du ganz vorne direkt hinter dem Pilot, was bedeutet, dass du weder die Turbine, noch den Flügel an deinem Fensterplatz siehst. Dadurch dass du vor der Turbine sitzt ist es auch deutlich leiser als im hinteren Teil des Flugzeugs.

Du kannst deine Beine besser ausstrecken und sogar hochlegen – für mich persönlich das absolute Highlight. In der normalen Economy wusste ich nach ein paar Stunden nie, wie ich noch sitzen oder liegen sollte. In der Premium Economy lassen sich die Sitze weiter nach hinten lehnen, die Fußstütze sorgt für Entlastung – und ja, man kann tatsächlich schlafen.

Nicht perfekt wie im Business-Class-Liegesitz, aber deutlich erholsamer als in der klassischen Economy.

Landung – schneller raus, weniger Stress

Ein weiterer Vorteil: Du gehörst zu den ersten Passagieren, die das Flugzeug verlassen dürfen. Gerade bei großen Maschinen spart das enorm Zeit. Während sich hinter dir erst lange Schlangen bilden, bist du schon auf dem Weg zur Passkontrolle oder zum Anschlussflug.

Wenn du einen kurzen Umstieg hast oder dein erster Flug ohnehin mit Nervosität verbunden ist, kann das extrem helfen. Weniger Stress, weniger Hektik.

Mein Fazit

Lohnt sich Premium Economy?
Es kann sich lohnen – muss es aber nicht.

Auf der Langstrecke mit Anschlussflügen würde ich es jederzeit wieder in Betracht ziehen. Auf Kurzstrecken eher nicht. Am Ende hängt es von deinem Budget und deinem persönlichen Komfortanspruch ab.

Viele schwören darauf, Flugmeilen zu sammeln oder Kreditkarten mit Punktesystem zu nutzen, um Upgrades günstiger zu bekommen. Das kann sinnvoll sein – aber nur, wenn es wirklich zu deinem Ausgabeverhalten passt. Ich habe das für mich durchgerechnet und festgestellt: Ich gebe schlichtweg zu wenig aus, als dass sich so ein System für mich lohnen würde.

Mein Tipp: Rechne es ehrlich durch. Prüfe, ob sich ein Upgrade oder ein Punktesystem für dich wirklich lohnt – finanziell und vom Aufwand her. Und dann entscheide bewusst.

Für uns war es bei 21 Stunden Flugzeit insgesamt definitiv eine gute Entscheidung – und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

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