Die dunkle Seite der schönsten Orte der Welt
Es gibt Orte auf der Welt, die auf Instagram glänzen, deren türkisblaues Wasser, endlose Strände und atemberaubende Landschaften jeden Reisenden zum Schwärmen bringen. Malediven, Bali, Santorini, die Bahamas – sie alle haben eines gemeinsam: Sie leben vom Hype der Social-Media-Welt. Und genau das ist der Grund, warum ich sie nicht besuchen werde.
Warum nicht?
- Tourismus auf Kosten der Natur
Viele dieser Traumziele sind durch Massentourismus zerstört oder stark bedroht. Korallenriffe um die Malediven leiden massiv unter Überbesucherung, Plastikmüll und Klimaerwärmung. Auf Bali führen unkontrollierte Bauprojekte zu Wassermangel in den Dörfern und ruinieren die lokale Umwelt. Santorini ist durch Kreuzfahrttourismus und Massenbesuche an den berühmten Aussichtspunkten schlicht überlastet. - Kulturelle Entfremdung
Was auf Instagram als „authentisches Erlebnis“ verkauft wird, ist oft nichts anderes als ein inszeniertes Touristenspektakel. Strände, Tempel, traditionelle Dörfer – sie werden gezielt für Besucher angepasst, und die einheimische Kultur wird auf Postkartenästhetik reduziert. - Ökonomische Ungerechtigkeit
Die großen Resorts auf den Malediven oder in der Karibik verschlingen riesige Flächen, während die lokale Bevölkerung nur begrenzt vom Tourismus profitiert. Oft fließt das Geld nicht in die Gemeinden, sondern in internationale Konzerne. - Overtourism
Viele der gehypten Orte leiden unter Overtourism. Das heißt: Zu viele Menschen auf zu kleinem Raum zerstören genau das, was sie eigentlich sehen wollen. Wanderwege, Strände, Korallenriffe – alles leidet unter der permanenten Besucherflut.
Orte, die ich aus Moralischen Gründen vermeiden würde
Europa
- Santorini, Griechenland – Massentourismus auf engen Gassen, Kreuzfahrtschiffe überlasten die Insel.
- Cinque Terre, Italien – enge Wanderwege und kleine Dörfer leiden unter Touristenmassen.
- Venedig, Italien – Überfüllung, Abwassersysteme überlastet, Lagune gefährdet.
- Mallorca, Spanien – Ballermann-Tourismus zerstört Strände und Landschaften.
- Iceland Blue Lagoon & Golden Circle, Island – überlaufen, künstlich inszeniert, teuer und wenig nachhaltig
Asien
- Bali, Indonesien – wenig authentisch, Wassermangel, Müllprobleme, Tempel oft touristisch inszeniert.
- Phi Phi Islands & Maya Bay, Thailand – Korallenriffe leiden massiv, Maya Bay war sogar zeitweise geschlossen.
- Boracay, Philippinen – Umweltzerstörung durch Massentourismus, erst 2018 saniert.
- Jaipur & Agra (Taj Mahal), Indien – extreme Touristendichte, Luftverschmutzung und Abfallprobleme.
Amerika
- Machu Picchu, Peru – zu viele Besucher, Erosion der Inka-Pfade.
- Galápagos-Inseln, Ecuador – fragile Ökosysteme, Massentourismus bedroht Flora & Fauna.
- Cancún & Riviera Maya, Mexiko – Hotelanlagen zerstören Mangroven und Strände.
- Banff & Lake Louise, Kanada – empfindliche alpine Natur überlastet durch Wanderer.
Ozeanien
- Great Barrier Reef, Australien – Überfischung, Bootstourismus, Klimawandel stark belastend.
- Queenstown, Neuseeland – Abenteuer-Tourismus überlastet Landschaften.
Naher Osten / Afrika
- Petra, Jordanien – Massen an Kreuzfahrttouristen und Gruppenreisen schädigen den Felsenstadt-Komplex.
- Dubai, VAE – gigantische Resorts, Wasser- und Energieverbrauch enorm.
- Seychellen & Malediven – kleine Inseln stark abhängig von Luxus-Tourismus, Umweltprobleme durch Resorts.
Mein Fazit
Was für mich völlig inakzeptabel ist: Reisblogs, die tatsächlich empfehlen, natürliche „hässliche“ Strände zu meiden und stattdessen künstlich angelegte „schöne“ Strände aufzusuchen. So ein verzerrter Umgang mit unserer Welt ist nicht nur oberflächlich, er vermittelt den Lesern völlig falsche Werte.
Die moralische Entscheidung, bestimmte Reiseziele nicht zu besuchen, ist für mich Teil eines bewussteren Umgangs mit unserer Welt. Statt auf die üblichen Instagram-Hotspots zu fliegen, suche ich nach Orten, die noch nicht überlaufen sind, die authentische Natur und Kultur bewahren und wo Tourismus nicht alles dominiert. Es geht nicht darum, Reisen zu verteufeln, sondern um Verantwortung – für die Umwelt, für Menschen vor Ort und für die Zukunft unseres Planeten.
