Campen mit Dachzelt – meine Erfahrung

Reisen mit dem Camper habe ich mittlerweile schon einige Male gemacht. Ich mag diese Art zu reisen einfach: Man hat sein Zuhause immer dabei, kann spontan weiterfahren und ist gleichzeitig mitten in der Natur. Schon länger wollte ich deshalb einmal etwas Neues ausprobieren – Campen mit einem Dachzelt.

Für unseren Roadtrip durch Slowenien und Österreich war letztendlich die perfekte Gelegenheit gekommen. Ein eigenes Dachzelt zu kaufen, ohne vorher zu wissen, ob diese Art des Campens überhaupt etwas für uns ist, kam für mich allerdings nicht infrage. Deshalb haben wir uns für die erste Reise eines gemietet.

Warum Mieten?

Unser Dachzelt haben wir bei Canvaz in Butzbach gemietet. Praktisch dabei: Das Zelt wird dort nicht einfach nur übergeben, sondern kann direkt auf das Auto montiert werden.
Gerade wenn man zum ersten Mal mit einem Dachzelt unterwegs ist, finde ich das sehr angenehm. So weiß man, dass es richtig befestigt ist und man muss sich nicht selbst erst durch die Montageanleitung kämpfen.
Bevor man allerdings überhaupt ein Dachzelt mieten oder kaufen kann, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Das Auto ist entscheidend

Du brauchst zunächst passende Dachträger, auf denen das Dachzelt befestigt werden kann. Dabei sollte man nicht einfach irgendwelche Dachträger verwenden, sondern vorher prüfen, welche für das eigene Auto zugelassen sind.
Noch wichtiger: Schau in die Angaben deines Autos, wie viel Dachlast während der Fahrt zulässig ist. Diese dynamische Dachlast ist entscheidend für die Auswahl des Dachzeltes. Das Zelt darf zusammen mit den Dachträgern die zulässige Belastung während der Fahrt nicht überschreiten.
Hier lohnt es sich also, vor der Buchung oder dem Kauf genau nachzuschauen und sich gegebenenfalls vom Vermieter beraten zu lassen.

Welches Dachzelt passt zu mir?

Bei der Auswahl würde ich vor allem überlegen, wie viel Platz man tatsächlich braucht und wie wichtig ein schneller Aufbau ist.
Wir haben uns bewusst für ein eher kompaktes Modell entschieden. Für 2 Personen war das völlig ausreichend und hatte einen großen Vorteil: Der Aufbau ging wirklich schnell.
Das findet man häufig bei sogenannten Hardcase-Dachzelten. Sie werden einfach auf- oder hochgeklappt und sind dadurch innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.

Wenn ihr allerdings mit Kindern oder einem Hund unterwegs seid oder generell mehr Platz im Zelt benötigt, würde ich eher zu einem größeren Modell greifen. Dafür sollte man einplanen, dass der Auf- und Abbau unter Umständen etwas länger dauern kann.

Meine Tipps

Überlegt euch vorab:

  • Wie viele Personen schlafen im Zelt?
  • Braucht ihr Platz für Kinder oder einen Hund?
  • Wie wichtig ist ein schneller Aufbau?
  • Wie viel Stauraum soll das Zelt selbst bieten?
  • Wie hoch darf das Gesamtgewicht für euer Auto sein?
  • Wie oft werdet ihr während der Reise den Standort wechseln?
Schlafen im Dachzelt

Über eine Leiter geht es hoch ins Dachzelt. Diese muss bei jeder Fahrt abgebaut und am Stellplatz wieder aufgestellt werden – eigentlich nur ein kleiner Handgriff, gehört aber eben zur täglichen Campingroutine. Wir haben sie während der Fahrt im Auto verstaut, da unsere Decken im Zelt bereits viel Platz eingenommen haben.

Das Schlafgefühl im Dachzelt hat mich positiv überrascht. Man fühlt sich, als würde man mitten in der Natur schlafen, und morgens direkt mit Blick auf die Landschaft aufzuwachen, war für mich eines der Highlights.
Beim Dachzelt sollte man nicht vergessen, dass man in einem Zelt schläft. Regen kann nachts durchaus mal so laut sein, dass man davon aufwacht, und generell hört man die Geräusche draußen deutlich stärker. Durch die Feuchtigkeit kann das Zelt morgens außerdem etwas nass sein – deshalb sollte man es nicht direkt nach dem Aufstehen wieder zusammenklappen, sondern erst etwas trocknen lassen. Im Zelt selbst bleibt man bei Regen aber gut trocken.

Und wie ist das Fahren?

Eine Frage, die ich vor unserem Roadtrip selbst hatte: Merkt man das Dachzelt beim Fahren?
Ja – natürlich verändert sich das Auto durch das zusätzliche Gewicht und vor allem durch die Höhe. Trotzdem empfand ich das Fahren im Alltag nicht als großes Problem.

Bei unserem Auto in Kombination mit unserem Dachzelt lag die maximale Geschwindigkeit bei 130 km/h. Für unsere Reise war das überhaupt keine Einschränkung. Gerade in Österreich und Slowenien gibt es ohnehin zahlreiche Geschwindigkeitsbegrenzungen, sodass wir selten schneller unterwegs gewesen wären.
Trotzdem gilt: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit hängt immer von der Kombination aus Fahrzeug, Dachträgern und Dachzelt ab. Hier sollte man sich unbedingt an die Vorgaben des jeweiligen Herstellers beziehungsweise Vermieters halten.

Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass das Auto mit Dachzelt höher ist. Tiefgaragen, Parkhäuser, niedrige Durchfahrten oder bestimmte Parkplätze können deshalb plötzlich zum Problem werden. Checkt daher immer zuerst die Höhe ab, bevor ihr einfach durch fahrt.

Was braucht man zusätzlich zum Dachzelt?

Ein wichtiger Punkt, den ich vor der Reise unterschätzt habe: Wenn ihr ein Dachzelt mietet, ist damit meistens noch lange nicht die komplette Campingausstattung abgedeckt. Je nach Vermieter und Paket ist zunächst hauptsächlich das Zelt selbst enthalten.
Für entspanntes Campen würde ich deshalb folgende Grundausstattung einplanen:

Schlafen

  • Decke oder Schlafsack
  • Kissen
  • eventuell zusätzliche Tagesdecke als Bettbezug
  • ggf. kleines Campinglicht

Kochen & Essen

  • Campingkocher
  • Gas bzw. passende Kartusche
  • Teller
  • Schüsseln
  • Besteck
  • Tassen/Becher
  • Kochutensilien
  • Schneidebrett
  • Messer
  • Gewürze
  • Spülmittel und Schwamm
  • Müllbeutel

Draußen

  • Campingstühle
  • Campingtisch
  • Stirnlampen
  • Taschenlampe
  • ggf. Sonnenschutz oder Tarp

Kosmetik

  • Kleiner Spiegel
  • Tasche mit Duschgel und Shampoo am Besten zum Aufhängen
  • Handtücher

Eine Kühlbox kann ebenfalls sehr praktisch sein – besonders wenn man mehrere Tage unterwegs ist und nicht ständig einkaufen möchte.

Was wir zusätzlich dabeihatten

Da wir ohnehin einen Roadtrip durch die Alpen geplant hatten, wollten wir nicht nur wandern, sondern auch mit unseren Fahrrädern oder dem SUP unterwegs sein.
Tagsüber kann man mit dem Fahrrad die Umgebung erkunden, eine Runde auf dem See mit dem SUP drehen oder wandern gehen und abends wieder zu seinem „Schlafplatz“ zurückkehren.
Natürlich muss man dafür etwas mehr Organisation beim Packen einplanen. Fahrräder, SUP, Campingausrüstung, Gepäck und Lebensmittel wollen schließlich irgendwo untergebracht werden.

Für wen eignet sich ein Dachzelt?

Nach unserer Reise würde ich sagen: vor allem für Menschen, die gerne Roadtrips machen und möglichst flexibel bleiben möchten.
Wenn ihr viel draußen seid, gerne wandert, Rad fahrt oder an Seen unterwegs seid und keinen großen Wert auf luxuriöses Camping legt, kann ein Dachzelt eine richtig schöne Alternative zum Camper sein.

Für Familien oder Reisen mit Hund würde ich dagegen genau überlegen, wie viel Platz benötigt wird. Hier kann ein größeres Dachzelt oder eventuell doch ein Camper die komfortablere Lösung sein.

Mein Fazit

Für uns war das Dachzelt eine richtig gute Erfahrung – vor allem, weil wir es ausprobieren konnten, ohne direkt mehrere tausend Euro für ein eigenes Zelt auszugeben.
Ich würde deshalb jedem, der mit dem Gedanken an ein eigenes Dachzelt spielt, empfehlen, vorher eines zu mieten. Nach einer Woche weiß man ziemlich gut, ob man mit dem begrenzten Stauraum, dem täglichen Auf- und Abbau und der etwas anderen Art des Campens zurechtkommt.
Für unseren Roadtrip durch Slowenien und Österreich hat es jedenfalls perfekt funktioniert.

Slowenien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert