Inselmomente zwischen Meer, Bergen & Magie

Reisezeitraum:
Dauer:
Reiseart:
Transport:
Strecke:
Wetter:
bekannt für:
Wertung:
12.10.2022 – 20.10.2022
9 Tage
Rundreise
Flug, Auto
ca. 600KM
Warm, Sonnig
Strand & Kultur
★★★★☆

Infos


MAllorca

Lage:
Hauptstadt:
Einwohner:
Sprache:
Währung:
Klima:

Balearen, Mittelmeer
Palma de Mallorca
390.000
spanisch, katalanisch
Euro
Milde winter, Heiße sommer

Sonnentage im Jahr
Küstenlänge
Strände

Bildergalerie


Reisetagebuch


Tag 1

Cala D’or

Der Start ins Inselglück

Mallorca – ich habe schon so viel von dieser Insel gehört, war aber selbst noch nie dort. Nach meinem erfolgreich bestandenen Masterabschluss ist jetzt endlich der perfekte Zeitpunkt gekommen: Eine Reise, die länger als nur ein paar Tage dauert, bevor Ende Oktober das Arbeitsleben startet.

Der Flug geht sehr früh – schon um 6 Uhr morgens. Ich bin so aufgeregt, dass ich in der Nacht kaum schlafen konnte. Auch im Flieger selbst stellt sich kein richtiger Schlaf ein – ich merke mir: So früh zu fliegen werde ich nächstes Mal wahrscheinlich vermeiden.
In Palma angekommen, holen wir direkt unseren Mietwagen bei Sixt ab und machen uns auf den Weg Richtung Südosten – nach Cala d’Or. Wir sind viel zu früh dort, der Check-in ist erst ab 14 Uhr möglich. Die Müdigkeit macht sich langsam bemerkbar, also lege ich mich im Auto für einen Power-Nap hin, bevor wir die Gegend ein wenig erkunden.

Wir fahren nach Cala Figuera, ein charmantes kleines Fischerdorf in der Nähe. Im Oktober ist es dort angenehm ruhig. Wir schlendern an den Klippen entlang, holen uns ein Eis und lassen die Atmosphäre auf uns wirken.
Abends geht es zurück ins Hotel – und das Abendessen dort überrascht mich richtig: Selten esse ich in einem Hotel so gut – und ich bin sehr anspruchsvoll, was gutes Essen angeht. Ein perfekter Abschluss für einen langen, aber besonderen ersten Reisetag.

Tag 2

Palma

Von Palma bis zum Ballermann

Am nächsten Tag zieht es uns wieder nach Palma, in die Hauptstadt Mallorcas. Wir bummeln durch die verwinkelten Straßen, lassen uns treiben, schauen uns einige Museen an und gönnen uns zwischendurch eine kleine Stärkung.
Am Nachmittag verschaffen wir uns vom Es Baluard Museum aus einen großartigen Überblick über die Stadt – moderne Kunst trifft hier auf eine traumhafte Aussicht.
Da ich noch nie am berühmten Ballermann war, legen wir auch dort einen kurzen Stopp ein. Doch wir bleiben nicht lange – dieser Ort wirkt im Vergleich zum restlichen Mallorca ziemlich unschön.
Zurück in Cala d’Or genießen wir einen Drink am Strand und lassen den Tag Revue passieren. Die Stadt hat Charme, aber mein Herz schlägt schon jetzt für die kommenden Tage in der Natur.

Tag 3

Ses Salines

Traumstrände und ein Hauch von Salz

Heute geht es früh los – unser erstes Ziel ist der Calo des Moro, eine der bekanntesten Buchten Mallorcas. Der Strand ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt, und ich mag es gar nicht, wenn man sich Handtuch an Handtuch drängeln muss. Doch wir haben Glück: Nach einer kurzen Wanderung erreichen wir die Bucht und finden sie fast menschenleer. Nur das Rauschen der Wellen begleitet uns – pure Entspannung.
Danach geht es weiter zur S’Almunia-Bucht. Das Wasser leuchtet hier in einem fast unwirklichen Türkisblau – einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe.
Unsere Strandtour endet vorerst an den Salinen von Mallorca. Für eine geführte Tour ist es schon zu spät, aber wir stöbern im Souvenirshop, nehmen ein paar Kleinigkeiten mit – unter anderem natürlich das berühmte Meersalz.
Zum Abschluss fahren wir noch zum Es Trenc. Der lange, weiße Sandstrand ist am Nachmittag schon gut gefüllt, daher spazieren wir nur kurz am Wasser entlang.
Auf dem Rückweg nach Cala d’Or, durch Ses Salines, entdecken wir ein charmantes Restaurant im Innenhof – Cassai. Wir bestellen einen Tapasteller – und der entpuppt sich als absolutes Highlight des Tages.
Gut gestärkt fahren wir weiter zum Botanicactus, dem botanischen Garten der Insel. Zwischen riesigen Palmen und unzähligen Pflanzen fallen mir besonders die Kakteen ins Auge – einige sind hier über 8 Meter hoch und wirken wie kleine Naturdenkmäler. Absolut sehenswert! Mehr Infos über den Botanischen Garten findet ihr unten bei den Beiträgen.

Tag 4

Cap Formentor

Kunst, Küste und ein Cosmopolitan

Mit Blick auf den Sonnenaufgang von unserem Balkon starten wir in den neuen Tag. Heute geht es in den Norden Mallorcas, genauer gesagt in Richtung Alcúdia zum Museo Sa Bassa Blanca – ein einzigartiges Museum, das moderne und zeitgenössische Kunst mit Skulpturengärten, einem Skulpturenpark und einer beeindruckenden Tierportrait-Sammlung kombiniert. Teile der Ausstellung befinden sich im Freien, und bei dem perfekten Wetter heute ist das ein echter Genuss.
Der Weg dorthin ist lang, teils so versteckt, dass wir unterwegs mehrfach denken, wir hätten uns verfahren. Aber die Fahrt lohnt sich – und wie!
Nach der Museumstour fahren wir weiter in den Norden, durch Port de Pollença bis hin zum Cap Formentor. Die Strecke ist atemberaubend: sanfte Hügel, tiefblaue Buchten und immer wieder weite Blicke über das Meer. Am Ende der Straße thront der Leuchtturm – ein beliebter Spot, an dem es allerdings nur wenige Parkmöglichkeiten gibt. Hier braucht man etwas Glück, um einen Platz zu finden.
Wir genießen den Panoramablick, bevor wir am späten Nachmittag zurück nach Cala d’Or fahren. Dort lassen wir den Tag bei einem Cosmopolitan an unserer Hotelbucht, der Cala Esmeralda, ausklingen – mit Sonnenuntergangsfarben, die fast wie gemalt wirken.

Tag 6

Tramuntana

Eine Wanderung mit Hindernissen

Heute wird gewandert – es geht ins Tramuntana-Gebirge, genauer gesagt nach Mortitx. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber ich entscheide mich für eine Tour aus einem Buch. Ohne Navigation, ohne GPS – und ja, darauf werde ich später noch zurückkommen.
Geplant ist eine Strecke, die in den Weinbergen startet und etwa 400 Höhenmeter hinunter bis zu einer Bucht führt. Klingt zunächst machbar. In der Realität sieht es aber anders aus: Der Weg ist nach Covid-19 kaum gepflegt, viele Abschnitte sind überwuchert und die Steinmännchen, die normalerweise den Weg markieren, sind nur noch vereinzelt zu finden. Mehrmals stehen wir ratlos da und überlegen, ob wir an diesem Baum oder Stein abbiegen müssen.
Was ich daraus lerne? Keine Wanderungen mehr blind aus einem Buch auswählen.
Wir haben etwa die Hälfte geschafft, als es passiert: Ich stolpere auf einem Kiesweg und lande unsanft auf dem Knie. Die Wanderung ist vorbei, wir müssen umkehren.
Heute nehme ich mit: Für eine Bergtour ist Vorbereitung alles – und diese Lektion vergesse ich garantiert nicht mehr.

Tag 8

Cala Varques

Entspannt am Cala Varques

Heute steht der Cala Varques auf dem Plan – eine abgelegene, naturbelassene Bucht an der Ostküste Mallorcas, die nur zu Fuß erreichbar ist. Bekannt ist sie für ihr kristallklares Wasser, feinen Sand und eine entspannte Hippie-Atmosphäre.
Da mein Knie noch immer nicht ganz mitmacht, nehmen wir es heute gemütlich. Der Weg zur Bucht ist kurz und führt durch leichtes Gelände – perfekt, um trotzdem ein bisschen Natur zu genießen. Am Strand angekommen, lassen wir einfach die Seele baumeln, hören dem Rauschen der Wellen zu und beobachten ein paar Mutige, die von den Klippen ins Wasser springen.
Am Abend schlendern wir noch durch Cala d’Or, bummeln an den kleinen Boutiquen vorbei und gönnen uns ein leichtes Abendessen, bevor wir den Tag entspannt ausklingen lassen.

Tag 9

Cala D’OR

Delfine, Wellen und ein turbulenter Abschied

Unser letzter Tag auf Mallorca bricht an – heute Abend geht es zurück nach Deutschland. Zum Abschluss haben wir etwas ganz Klassisches geplant: eine Katamaranfahrt mit Delfin-Sichtung. Ob das wirklich so eine gute Idee war?
Am Morgen holt uns das Boot direkt an unserer Hotelbucht ab. Schon beim Ablegen merken wir, dass der Katamaran ordentlich schwankt, also setzen wir uns zunächst etwas abseits. Nachdem alle Gäste von ihren Hotels eingesammelt wurden, geht es hinaus aufs offene Meer. Es dauert nicht lange, bis sich die ersten Delfine zeigen – als wollten sie uns zum Abschied persönlich begrüßen.
Mein Freund kann die Tour allerdings nicht so genießen wie ich. Und er ist nicht der Einzige: Einige Passagiere werden seekrank. Nach einem kurzen Stopp in einer ruhigen Bucht, wo man ins Wasser springen kann, legen wir an unserem ersten Zwischenhalt an. Für meinen Freund ist hier Schluss – Kreislauf im Keller. Ich fahre die Strecke bis zurück zu unserer Hotelbucht alleine mit und hole ihn dann später mit dem Mietwagen wieder ab.
Am Nachmittag checken wir aus und machen uns auf den Weg zum Flughafen – im Gepäck viele neue gemeinsame Erinnerungen. Und wie so oft sorgen gerade die kleinen Missgeschicke am Ende für die besten Lacher.

Beiträge


Fazit


Highlights

Mallorca hat uns mit seiner Vielfalt beeindruckt: Die traumhaften Buchten wie Calo des MoroS’Almunia und Cala Varques, die spektakulären Ausblicke am Cap Formentor, das charmante Cala Figuera und kulturelle Stopps wie das Museo Sa Bassa Blanca bleiben unvergessen. Auch kulinarisch waren wir begeistert – ob im Hotel oder bei besonderen Ausnahmen wie dem Tapasteller im „Cassai“.

Herausforderungen

Nicht alles lief glatt: Eine ungeplante Knieverletzung, Seekrankheit auf dem Katamaran und eine Wanderung, die mehr Rätselraten als Entspannung bot, haben uns auf die Probe gestellt. Auch die sehr touristischen Orte wie der Ballermann konnten uns nicht überzeugen – sie wirkten im Vergleich zum Rest der Insel wenig charmant.

Was wir gelernt haben

Wanderungen besser mit GPS oder zuverlässigen Karten planen.
Früh an beliebten Stränden sein, um Menschenmassen zu vermeiden.
Wetter, Straßenverhältnisse und Parkmöglichkeiten im Norden im Blick behalten.
Und vor allem: Flexibel bleiben – oft werden gerade die unerwarteten Wendungen zu den schönsten Erinnerungen.